Richemont-Aktien mit kräftigen Kursgewinnen nach Zahlen und Managementwechseln

Zürich (awp) - Die Aktien von Richemont haben am Freitag mit kräftigen Kursgewinnen auf die Halbjahreszahlen reagiert. Der Luxusgüterkonzern hatte die Erwartungen übertroffen, beim Gewinn sorgten Einmaleffekte allerdings für ein Verfehlen des Konsens. Massive Wechsel im Management mit den Rücktritten sowohl des CEO als auch etwas später des CFO werden von Analysten nicht nur negativ gewertet. Und die "qualitativen" Aussagen zur Entwicklung des Geschäfts im Oktober, dürften die Titel stützen.
04.11.2016 09:32

Gegen 9.25 Uhr klettern die Titel um 6,1% auf 66,95 CHF nach oben und damit an die Spitze im SMI. Auch die Inhaber von Konkurrent Swatch ziehen mit 3,2% auf 297,50 CHF im schwachen Gesamtmarkt stark an. Der SMI steht mit 0,63% im Minus.

Von insgesamt besseren Resultaten spricht Analyst Andreas von Arx von Baader Helvea. Zudem habe Richemont weitere Klarheit über die Effekte der Einmalkosten auf die Profitabilität gegeben. Im September habe das Geschäft wohl klar an Schwung gewonnen. Nach Aussagen an der Telefonkonferenz sind auch die Umsätze im Oktober positiv gewesen - genaue Zahlen blieb Richemont allerdings schuldig. Die Managementwechsel wertet von Arx als Zeichen, dass Verwaltungsratspräsident und grösster Aktionär Johann Rupert das Geschäft an die neuen Realitäten anpasse.

Auch Morgan Stanley lobt die Neuaufsetzung der operativen Führung. Die Analysten werten dies als Zeichen, dass Richemont wohl seine Produktionskapazitäten anpasssen wird. Insgesamt sei die neue Struktur positiv, zudem sichere Richemont durch ein Beratergremium, in das viele des alten Managements eintreten, die nötige Kontinuität.

Für die ZKB ist indes der Rücktritt des Finanzchefs eine überraschung und wird negativ gewertet, denn dieser sei "einer der besten CFOs der Schweiz", so Analyst Patrick Schwendimann.

Die reinen Zahlen wertet Morgan Stanley als "ermutigend". Für die ZKB und Vontobel sind sie in etwa im Rahmen der jüngten Gewinnwarnung von Mitte September ausgefallen. Bernstein hebt als positiven Faktor das robuste Schmuckgeschäft hervor, während es für das Uhrengeschäft weiter eher "schmerzhaft" zugehe.

dm/mk

(AWP)