Richemont-Chef: Lage in China hat sich normalisiert; Kein Interesse an Breitling

Johann Rupert, der exekutive Verwaltungsratspräsident von Richemont, zeigt sich für die Uhrenbranche zuversichtlich. "Die Lage in China hat sich normalisiert. Wir sehen Wachstum in allen Segmenten", sagt Rupert im Interview mit der "Finanz und Wirtschaft" (Online am 24.03.).
24.03.2017 19:04

"Die Politik der Landesführung, den inländischen Konsum zu fördern, greift", so Rupert mit Blick auf China weiter. "Wir sehen Wachstum in allen Segmenten - das haben unsere Drittquartalszahlen belegt." Dabei gab er zu bedenken, dass die Antikorruptionskampagne der chinesischen Behörden in den vergangenen Jahren einen grossen Einfluss auf die Entwicklung der Schweizer Uhrenindustrie ausgeübt habe.

"Hongkong und Macau dagegen verharren immer noch auf einem tieferen Niveau." Rupert geht davon aus, dass die Lagerbestände in den Verkaufskanälen immer noch zu hoch sind. Das gelte für alle Hersteller, nicht nur für die Richemont-Marken. Bereits in den vergangenen Monaten hatte Richemont deshalb Uhren im Wert von knapp 300 Mio CHF von Händlern zurückgekauft.

Hoffnungen setzt Rupert in die neue Smartwatch der Richemont-Marke Montblanc. "Das ist nicht nur ein Spielzeug, sondern eine richtige Uhr. Montblanc Summit wird erfolgreicher sein, als viele denken", sagte er. Generell machen ihm Smartwatches derzeit noch kein Kopfzerbrechen. "Noch fehlt den Smartwatches die Killer-App. Doch die wird eines Tages kommen."

Im Interview äussert sich Rupert auch zur Uhrenmarke Breitling, die zum Verkauf stehen soll. Er dementiert ein Kaufinteresse: "Breitling ist gewiss ein gutes Unternehmen. Aber ich kann nicht erst Leute im eigenen Haus entlassen, um gleichzeitig eine neue Marke zu kaufen."

Die grossen Cash-Reserven von mehr als 5 Mrd EUR bezeichnet Rupert derweil mit Blick auf unerwartete Markteinbrüche auch als "Festung". Ob auf dieser Basis die Dividende weiter stetig erhöht wird, wollte der Richemont-Chef nicht versprechen. "Alles hängt davon ab, wie sich unser freier Cashflow entwickelt. Wir haben uns in den letzten Jahren gut geschlagen, und ich hoffe, das wird uns auch künftig gelingen."

mk/ra

(AWP)