Richemont wächst im Weihnachtsquartal - Starkes Schmuck- und Asien-Geschäft

(Meldung mit weiteren Angaben ergänzt) - Der Luxusgüterkonzern Richemont ist nach einem schwachen ersten Halbjahr nun im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 auf den Wachstumskurs zurückgekehrt. Gegenüber dem Weihnachtsquartal 2015, das nach den Anschlägen in Paris unter anderem von Terrorsorgen belastet worden war, legten die Umsätze der Schmucksparte und in Asien deutlich zu. Aber auch Europa und die Region Amerika verzeichneten in Lokalwährungen Wachstum.
12.01.2017 08:38

Der Gruppenumsatz von Richemont stieg in den Monaten Oktober bis Dezember in der Berichtswährung Euro um 6% auf 3,09 Mrd, wie der Genfer Konzern am Donnerstag mitteilte. Zu konstanten Wechselkursen bzw. in Lokalwährungen kletterten die Verkäufe um 5% in die Höhe. Damit hat Richemont die Vorgaben der Analysten, die im Durchschnitt einen Umsatz von 2,96 Mrd erwartet hatten, übertroffen.

Die beiden wichtigsten Sparten Schmuck und Uhren entwickelten sich im Berichtsquartal unterschiedlich. Die Schmuckmarken Cartier, Van Cleef and Arpels und Giampiero Bodino steigerten den Umsatz um 9% (+8% in LW) auf 1,75 Mrd EUR. Dazu beigetragen hätten die solide Nachfrage nach Schmuckstücken, aber auch das Wachstum mit Cartier-Uhren, so die Mitteilung.

Mit den Uhren (Jaeger-LeCoultre, Piaget oder IWC) erwirtschaftete die Gruppe einen Umsatz in Höhe von 813 Mio, was einem Rückgang von 2% sowohl in Euro als auch in Lokalwährungen entspricht. Nach wie vor Sorgen bereitet Richemont die anhaltend schwache Nachfrage aus dem Grosshandel, wogegen die markeneigenen Shops Wachstum verzeichnet hätten. Der Bereich Other mit Marken wie Montblanc, Alfred Dunhill, Lancel oder Chloé legte um 7% auf 534 Mio zu.

ASIEN UND AMERIKA IM HOCH

Brilliert hat Richemont in der wichtigsten Absatzregion Asien, wo die Umsätze um 9% auf 1,13 Mrd EUR angestiegen sind. In Lokalwährungen gemessen legten die Maisons dort sogar um 10% zu, was den sehr guten Entwicklungen in Festlandchina und Südkorea zuzuschreiben sei, heisst es. Nach wie vor unter Druck stünden demgegenüber Hongkong und Macau.

In Japan, wo Richemont die Resultate gesondert ausweist, stieg der Umsatz um 11% auf 313 Mio. In Lokalwährung ergab sich aber ein Minus von 1%. Der Euro hatte in der Berichtsperiode zum japanischen Yen zuvor verlorenes Terrain zurückgewonnen. Positiv sei derweil bei der lokalen Kundschaft die Neueröffnung des Flagship-Stores der Schmuckmarke Cartier in Tokio aufgenommen worden, so die Mitteilung.

In der Region Amerika steigerte der Luxusgüterkonzern die Verkäufe dank guter Nachfrage nach Schmuck um 9% (+8% in LW) auf 559 Mio EUR. Auch hier habe die Neueröffnung des New Yorker Cartier-Shops das Geschäft belebt.

In Europa nahm der Umsatz in Euro leicht um 1% auf 861 Mio ab, hingegen wuchs das Geschäft um Lokalwährungen um 3%. Dies sei vor allem im Vergleich mit dem 17%igen Rückgang aus dem ersten Halbjahr beeindruckend, meint Richemont. Massgeblich zur Trendwende beigetragen hat das Geschäft in Grossbritannien, wo wegen des schwachen Pfunds nach dem Brexit sich vor allem vermehrt Touristen teure Uhren und Schmuck leisteten.

SOLIDE CASH-BASIS

In den ersten neun Monaten 2016/17 (April bis Dezember) sank der Konzernumsatz in Euro um 7% auf 8,18 Mrd und in Lokalwährungen um 6%. Mit einem Rückgang musste gerechnet werden, nachdem im Halbjahr bereits ein Minus von 13% (-12% in LW) resultiert hatte. Nebst der rückläufigen Nachfrage nach teuren Uhren waren unter anderem auch die Rückkäufe von Produkten aus den Lagern von Händlern für das schwache Abschneiden verantwortlich.

Die Netto-Cash-Position belief sich derweil per Ende Dezember auf 5,2 Mrd EUR. Per Ende September 2016 hatte Richemont bei der Nettoliquidität einen Wert von 4,6 Mrd und per Ende 2015 von 5,1 Mrd erreicht. Angaben zum Ergebnis macht Richemont im Q3-"Trading Update" keine.

Zum Ausblick gibt sich Richemont gewohnt bedeckt. In der Mitteilung wird lediglich darauf hingewiesen, dass für den Gewinnausweis zum Gesamtjahr 2016/17 die Vergleichszahl aus der Vorperiode sehr hoch sei. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Richemont mit der Auslagerung des Onlineportals Net-a-Porter und der Zusammenführung mit dem italienischen Modehändler Yoox einen ausserordentlichen Gewinn von 639 Mio EUR erzielt. Die Jahreszahlen legt Richemont am 12. Mai vor.

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(AWP)