Richemont wächst stark - Asien und Schmuck als Wachstumstreiber

(Mit weiteren Angaben ergänzt) - Der Luxusgüterkonzern Richemont ist im Geschäftsjahr 2017/18 wie erwartet auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Vor allem die Schmucksparte verzeichnete einen deutlichen Umsatzzuwachs und auch die Verkäufe in der Region Asien-Pazifik nahmen stark zu. Begünstigt wurde das deutliche Wachstum überdies von einer tiefen Vergleichsbasis aus dem Vorjahr.
13.09.2017 08:35

In den ersten fünf Monaten von April bis August wuchs der Umsatz der Gruppe in der Berichtswährung Euro um 10%, in Lokalwährungen resultierte ein Plus von 12%. Auch wenn man die im Vorjahr getätigten Rückkäufe von Uhren aus den Lagern der Händlern ausklammert, wäre der Umsatz in der Berichtsperiode in Lokalwährungen noch um 7% gewachsen, schreibt Richemont im Vorfeld der am heutigen Mittwoch stattfindenden ordentlichen Generalversammlung.

ERWARTETES WACHSTUM

Die Zunahme kommt nicht ganz überraschend. Schliesslich waren die Verkäufe in der Vorjahresperiode - auch wegen der Rückkäufe - deutlich zurückgegangen, ehe sich das Blatt vor allem im Schlussquartal des Geschäftsjahres 2016/17 (Januar-März) gewendet hatte.

Die Lage hat sich zuletzt auch in der gesamten Schweizer Uhrenindustrie entspannt. Das lässt sich anhand der Uhrenexporte ablesen, die in den Monaten Mai (real: +4,1%), Juni (+8,7%) und Juli (+2,5%) drei Mal in Folge angestiegen sind.

Analysten hatten von Richemont in der Berichtsperiode im Durchschnitt (AWP-Konsens) einen Umsatzanstieg in Euro von 9% und in Lokalwährungen um 10% erwartet. Damit hat Richemont die Erwartungen leicht übertroffen.

Angetrieben wurde das kräftige Wachstum von der Schmucksparte. Der Umsatz mit Schmuck von Cartier oder Van Cleef & Arpels stieg um 16% (+17% in LW). Die Uhrenverkäufe mit Marken wie Piaget, JaegerLeCoultre oder IWC wuchsen um 6% (+7%). Und in der Sparte "Other", u.a. mit Accessoire-Marken wie Dunhill oder den Schreibwaren von Montblanc, legte Richemont um 2% (+3%) zu.

GESCHÄFT IN ASIEN ZIEHT STARK AN

Nach Regionen aufgeschlüsselt weist Asien-Pazifik mit 23% in Lokalwährungen das stärkste Wachstum aus, gefolgt von Japan (+11%) und Amerika (+9%). In Asien hätten insbesondere die Verkäufe in China und Hongkong stark angezogen, so die Mitteilung. In diesen beiden Märkten hatte letztes Jahr vor allem die Marke Cartier von Händlern Uhren im grossen Stil zurückgekauft.

Nur leicht zulegen konnten Europa (+3%) und die Region Mittlerer Osten/Afrika (+2%). In Europa sei die Umsatzentwicklung in den jeweiligen Länder sehr unterschiedlich ausgefallen, wobei der starke Euro die Kaufbereitschaft der Touristen etwas belastet habe, so die Mitteilung. In Grossbritannien seien die Umsätze mit dem schwachen Pfund zweistellig gewachsen.

Aufgeteilt nach Verkaufskanälen haben die Richemont-Maisons in den markeneigenen Boutiquen in Lokalwährungen 12% mehr abgesetzt. Zu Mehreinnahmen hätten etwa die neu eröffneten Flagship-Läden der Vorzeigemarke Cartier in New York und Tokio geführt. Über den Händlerkanal verkaufte man 11% mehr. Hier war die Vorjahresbasis aufgrund der Uhrenrückkäufe besonders tief.

Zum Ausblick hält sich Richemont in der Mitteilung bedeckt. Detaillierter über den Geschäftsgang wird die Gruppe am 10. November berichten, wenn die Zahlen zum ersten Halbjahr 2017/18 zur Publikation anstehen.

mk/ra

(AWP)