Rieter verdient 2016 weniger, zahlt aber höhere Dividende - Neuer VRP

(Mit weiteren Angaben, insbesondere zu den Divisionen, ergänzt) - Der Spinnereimaschinen-Hersteller Rieter hat 2016 erwartungsgemäss weniger verdient. Gleichwohl sollen die Aktionäre in den Genuss einer höheren Dividende kommen. Beim Ausblick peilt das Management Resultate auf Vorjahreshöhe an. Auf der Position des Verwaltungsratspräsidenten kommt es ausserdem zu einem Wechsel: "Firmen-Urgestein" Erwin Stoller tritt ab.
14.03.2017 08:33

Das Rieter-Management ist mit dem erreichten Rentabilitätsniveau zufrieden. Trotz eines Umsatzrückgangs von 9% auf 945 Mio CHF sei es gelungen, eine EBIT-Marge von 6,0% (VJ 7,0%) und eine Reingewinnmarge von 4,5% (VJ 4,8%) zu erzielen, teilt die Gesellschaft am Dienstag mit. In absoluten Zahlen nahm der EBIT um 23% auf 56,5 Mio CHF ab, der Reingewinn verringerte sich um 14% auf 42,7 Mio CHF.

Den Aktionären soll gleichwohl eine auf 5,00 von 4,50 CHF erhöhte Dividende pro Titel ausbezahlt werden. Dies geschehe vor dem Hintergrund der "soliden Finanz- und Ertragslage", schreibt das Unternehmen dazu. Ausserdem werde damit die Dividendenpolitik umgesetzt, die eine Ausschüttungsquote von "mindestens 40% des Gewinns" anstrebt.

Die Gewinnzahlen sind keine Überraschung, nachdem das Unternehmen Anfang Februar bei der Publikation des Umsatzes Margen genannt hatte. Entsprechend liegen die ausgewiesenen Werte im Rahmen der Erwartungen. Mit einer Dividendenerhöhung wurde hingegen nicht gerechnet.

Aufgeschlüsselt nach Divisionen war das Profitabilitätsniveau sehr unterschiedlich. So kam das Neumaschinengeschäft, das für den Umsatzrückgang (-14%) verantwortlich war, auf eine EBIT-Marge von 0,6% nach 2,1%. Für die Bereiche After Sales und Components, die leicht wuchsen, werden hingegen Werte von 18,0% (VJ 19,0%) und 12,9% (VJ 13,0%) ausgewiesen. Das leicht tiefere Ergebnis im After-Sales-Geschäft wird mit Vorleistungen in den Ausbau des weiteren Geschäfts begründet.

SAISONALITÄT WIE 2016

Bekannt ist seit Anfang Februar, dass das Winterthurer Unternehmen 2016 insgesamt einen 13% höheren Bestellungseingang von 905,2 Mio CHF verbuchte. Allerdings nahm die Dynamik im zweiten Semester markant ab (394,5 Mio), was unter anderem eine Folge der politischen Unwägbarkeiten in der Türkei und Indien gewesen sei, heisst es dazu.

Für das laufende Jahr erwartet das Management auf dieser Basis einen Umsatz und eine Profitabilität (vor Restrukturierungskosten) auf Vorjahreshöhe, wobei sich auf die Saisonalität von 2016 wiederholen soll. Konkret soll das zweite Semester bessere Zahlen bringen als das erste.

Die Visibilität auf den Absatzmärkten sei jedoch weiterhin gering, wird betont. In den ersten beiden Monaten habe sich die Nachfrage nach Komponenten und Ersatzteilen stabil entwickelt, jene nach Neumaschinen habe auf niedrigem Niveau verharrt.

Was die Kosten betreffe, seien die 2015 gestarteten Massnahmen in Winterthur nahezu abgeschlossen, heisst es weiter. Zu der Anfang Februar angekündigten Verlagerung der Produktion vom deutschen Ingolstadt nach Usti in Tschechien gibt es hingegen keine neuen Informationen. Über die Höhe der Restrukturierungskosten werde zu gegebener Zeit orientiert.

"URGESTEIN" STOLLER TRITT ZURÜCK - NACHFOLGER VON ABB

Im Verwaltungsrat kommt es derweil zu einem prominenten Abgang. Präsident Erwin Stoller habe sich entschieden, an der kommenden Generalversammlung nicht mehr zur Wahl anzutreten. Stoller war insgesamt fast 40 Jahr für die Gesellschaft tätig, unter anderem zwischen 2009 und 2013 als Executive Chairman; er gilt als eigentliches Rieter-"Urgestein". In der Mitteilung werden seine "herausragenden Leistungen" für Rieter verdankt.

Als Nachfolger wird Bernhard Jucker nominiert, der dem Gremium seit einen Jahr angehört. Dieser ist noch bis Juni Europachef bei ABB, tritt dann aber in den Ruhestand. Ausserdem sollen neu Luc Tack und Carl Illi in den Verwaltungsrat einziehen.

rw/ra

(AWP)