Rio Tinto leidet noch unter niedrigen Rohstoffpreisen

LONDON (awp international) - Die Erholung der Rohstoffpreise in den vergangenen Monaten ist in der Halbjahresbilanz des britisch-australischen Bergbaukonzerns Rio Tinto noch nicht angekommen. Der um Sondereffekte bereinigte Überschuss halbierte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast auf 1,3 Milliarden US-Dollar, wie das Unternehmen am Mittwoch in London mitteilte. Das ist der niedrigste Gewinn seit 2004.
03.08.2016 09:41

Dabei hinterliess der heftige Preisverfall von Ende 2015 noch deutliche Spuren. Der Konzern bezifferte die Auswirkungen auf 1,9 Milliarden Dollar. Dies hätten Einsparungen nicht auffangen können. Die jüngste Erholung bei den Rohstoffpreisen dürfte sich mit etwas Verspätung niederschlagen. Allerdings bremste der Konzern die Erwartungen: Die Märkte dürften herausfordernd und schwankungsanfällig bleiben.

Inklusive aller Sondereffekte wie etwa diesmal positiver Effekte aus der Bewertung eigener Schulden und weiterer Finanzinstrumente verdoppelte sich der Überschuss sogar bereits wieder auf 1,7 Milliarden Dollar. Anders als im Vorjahr musste der Konzern diesmal keine weiteren Wertberichtigungen vornehmen. Die Zahlen lagen im Rahmen der Erwartungen von Analysten. Rio-Tinto-Aktien legten zum Handelsauftakt leicht zu. Seit Jahresbeginn haben sie rund ein Viertel gewonnen.

Als Zwischendividende zahlt Rio Tinto seinen Aktionären nun 45 Cent je Anteilsschein, vor einem Jahr waren es noch knapp 1,08 Dollar. Der Konzern hatte im Februar angesichts von Verlusten sein Versprechen aufgegeben, die Ausschüttung nicht zu kürzen. Vor einem Monat tauschte Rio seine Führungsspitze aus. Der bisherige Kupferchef Jean-Sebastien Jacques löste Sam Walsh als Vorstandschef ab. In den ersten sechs Monaten sanken die Schulden um sechs Prozent auf 12,9 Milliarden Dollar./enl/mne/stb

(AWP)