Roche-Aktien gegen den Trend schwächer nach enttäuschenden Daten zu Gazyva

Zürich (awp) - Die Genussscheine von Roche sind am Montag in einem insgesamt freundlichen Marktumfeld gefallen. Der Grund sind Daten aus der GOYA-Studie, die ihren primären Endpunkt nicht erreicht hat. In der Studie wurde das Mittel Gazyva/Gazyvaro bei Patienten mit nicht vorbehandeltem diffusem grosszelligem B-Zell-Lymphom (bestimmte Form von Blutkrebs) eingesetzt.
18.07.2016 09:47

An der Börse werden die Daten aus dieser wichtigen Phase-III-Studie verschnupft aufgenommen. Die Genussscheine von Roche verlieren gegen 9.40 Uhr 1,3% auf 252,40 CHF. Sie gehören damit zu den wenigen Verlierern im insgesamt leicht freundlichen Markt. Der SMI steht zeitgleich um 0,22% höher.

Analyst Stefan Schneider von Vontobel hat bereits auf die Nachrichten reagiert und sein Kursziel auf 314 von 330 CHF gesenkt. Dass die Phase-III-Studie ihren primären Endpunkt nicht erreicht habe, sei an sich zwar enttäuschend, gleichzeitig aber nicht ganz überraschend. Damit sei der letzte von vier Versuchen, Gazyva als Nachfolgemittel für Rituxan zu etablieren, gescheitert. Damit sei etwa ein Drittel der bisherigen Rituxan-Umsätze einer Erosion durch Biosimilars ausgesetzt, so der Experte weiter.

Bruno Bulic, Analyst bei Baader Helvea, kündigt an, sein Kursziel von bislang 310 CHF zu überarbeiten. Die GOYA-Daten seien eine schlechte Nachricht für Roche. So bleibe der Pharmakonzern dem Druck durch Biosimilars ausgesetzt.

Gazyva sei Roches Schlüsselstrategie, um seine Rituxan-Franchise gegen den Konkurrenzdruck durch Biosimilars zu verteidigen, fasst es Analyst Vincent Meunier von Morgan Stanley zusammen. Zwar hätten frühere Studien, wie zuletzt GALLIUM, positive Daten geliefert und damit diese Strategie teilweise gestützt, die Indikation der GOYA-Studie stehe dennoch für etwas weniger als 30% der Rituxan-Umsätze.

Gleichzeitig schaffe die Studie aber auch Klarheit. Damit könne sich der Markt nun auf die bevorstehenden Zahlen fokussieren. Er gehe davon aus, dass der Nachrichtenfluss intensiv bleibe, zumal auch das Wettrennen in der Immunonkologie an Fahrt gewinne.

Bei Bryan Garnier weist Analyst Eric Le Berrigaud ebenfalls darauf hin, dass mit den aktuellen Daten mehr Klarheit herrsche. Er habe zudem nach Gesprächen mit dem Management verstanden, dass bei GOYA die Gefahr zu scheitern ohnehin grösser gewesen sei als bei GALLIUM. GOYA stelle ein verpasste Möglichkeit dar, sei aber nicht das Ende der Welt.

Alle genannten Analysten bewerten die Aktie entweder mit "Buy" oder "Overweight".

hr/rw

(AWP)