Roche-Aktien haben trotz passabler Zahlen schweren Start

So recht wollen sich die Genussscheine von Roche am Donnerstag nach den Quartalszahlen nicht vom Fleck bewegen. Der Pharmakonzern hat mit seinem Umsatz für das erste Quartal etwas besser als erwartet abgeschnitten und zeigt sich auch für das Gesamtjahr etwas zuversichtlicher als noch Anfang Februar. Dennoch scheint der Einbruch etwa beim Blockbuster Mabthera/Rituxan durch Biosimilars etwas aufgeschreckt zu haben, und auch die bevorstehende Umsatzerosion für Herceptin sorgt bei den Investoren für Zurückhaltung.
26.04.2018 09:56

Gegen 9.50 Uhr treten die Bons von Roche bei einem Kurs von 217,80 Franken mehr oder weniger auf der Stelle. Der Leitindex SMI zieht zeitgleich um 0,30 Prozent an. Zur Erinnerung: Die Roche-Titel haben seit Jahresbeginn etwa 12 Prozent eingebüsst und sind damit einer der schwächsten Blue Chips.

Im Grunde setzt sich die jüngste Geschichte bei dem Pharmakonzern fort: Seit die ersten Biosimilars für seine Blockbuster auf dem Markt sind und ihre Spuren in der Bilanz hinterlassen, sind die Investoren verunsichert. Es ist denn auch der Umsatz-Einbruch um 44 Prozent bei Rituxan in Europa, den die meisten Analysten in ihren ersten Kommentaren als Schwachstelle hervorheben. Der Einbruch war damit stärker als von den meisten Experten erwartet.

Beim zweiten Blockbuster, Herceptin, seien die ersten Biosimilars zwar auf dem Markt, hätten bislang aber kaum Spuren hinterlassen, lautet der Tenor der Experten. Hier hebt Analyst Michael Nawrath von der ZKB hervor, dass die Herceptin-Umsätze auch von der Entwicklung der gesamten HER2-Franchise profitiert hätten. Und dabei habe das noch recht neu zugelassene Perjeta einen treibenden Einfluss gehabt.

Im zweiten Halbjahr werden dann Biosimilars für Rituxan und Herceprin in den USA auf dem Markt sein. Es ist damit zu rechnen, dass sich die Umsatzerosion dann nochmals beschleunigen könne, warnen einzelne Experten.

Zu den Highlights im ersten Quartal zählen die Analysten dagegen unisono die Entwicklung des Mittels Ocrevus zur Behandlung von Multipler Sklerose. Dieses habe die durchschnittlichen Umsatzerwartungen klar übertroffen. Wie Vincent Meunier von Morgan Stanley hervorhebt, sei dies einer starken Markteinführung auf den europäischen und internationalen Märkten sowie einer anhalten starken Nachfrage in den USA zu verdanken.

hr/rw

(AWP)