Roche-Aktien liegen nach weiteren Details aus IMpower150-Studie klar im Minus

Nach einem starken Start gehören die Genussscheine von Roche am Donnerstagmittag zu den schwächsten Werten unter den Blue Chips. Am Markt wird auf die Details aus der IMpower150-Studie verwiesen. Offenbar hat der Konzern bereits erste Daten zum Gesamtüberleben (OS, overall survival) vorgelegt, die Investoren zunächst eher verunsichern. Analysten sprechen von einem ähnlichen Szenario wie zuletzt nach den Daten der Aphinity-Studie.
07.12.2017 15:59

Roche-Genussscheine kosten am Donnerstagnachmittag gegen 15.55 Uhr 241,70 CHF, was einen Kursverlust von 2,2% bedeutet. Die Handelsspanne zwischen dem bisherigen Tageshoch und -tief liegt mittlerweile bei mehr als 10 CHF. Der Leitindex SMI fällt zeitgleich um 0,45% zurück. Auch er hatte bis zum Mittag noch im Plus notiert.

Analyst Vincent Meunier von Morgan Stanley schreibt in einem aktuellen Kommentar, die Studiendetails, die Roche im Zuge des ESMO-Fachkongresses aus der IMpower150-Studie vorgelegt habe, sorgten für Fragezeichen. Die aktuelle Marktreaktion erinnere etwas an den Kursverlauf nach den detaillierten Aphinity-Daten im Frühjahr. Seinerzeit waren die Papiere allerdings noch stärker abgesackt.

Für Meunier ist das Resultat aus der Studie - um 38% reduziertes Risiko eines fortschreitetenden Lungenkrebs oder gar des Todes - zwar weiterhin überzeugend. Tatsache sei aber, dass der Markt auch auf das progressionsfreie Überleben schaue. Und deses liegt bei der Kombination aus Tecentriq, Avastin und Chemotherapie bei 8,3 Monaten gegenüber 6,8 Monaten bei der Standardkombination aus lediglich Avastin und Chemotherapie. Und dazu meint der Experte: "Eine Differenz von lediglich 1,5 Monaten scheint den Markt nicht zu überzeugen."

Zudem verweist der Experte auf erste Daten zum Gesamtüberleben, die ihm bereits vorliegen. Wie Meunier schreibt, liegt dieses in der Tecentriq-Kombination bei 19,2 Monaten gegenüber 14,4 Monaten bei der Avastin-Chemo-Kombination. Auch da scheint der Unterschied eher gering, wobei die Daten allerdings noch sehr wenig ausgereift seien. Dies betont auch Roche selbst und stellt für das erste Halbjahr 2018 aussagekräftigere Ergebnisse zu diesem Aspekt in Aussicht.

Bei der Deutschen Bank schlägt Analyst Tim Race ebenfalls etwas zurückhaltendere Töne an. Die Ergebnisse seien gut genug, damit Roche eine Zulassung beantragen könne. "Dennoch gibt es viele offene Fragen". Daher gehe er davon aus, dass Investoren zunächst auf weitere Ergebnisse von der Konkurrenz, wie etwa Merck, oder auch von Roche selbst warten.

hr/uh/yr

(AWP)