Roche-Aktien von Produkthoffnungen rund um Ocrevus gestützt

Die Genussscheine des Basler Pharma- und Diagnostikkonzerns Roche machen am Dienstagnachmittag anfängliche Kursverluste weitestgehend wett. Beobachter machen Hoffnungen rund um das Medikament Ocrevus für die späte Aufholjagd der Valoren verantwortlich. Statistiken zufolge verkauft sich das Multiple-Sklerose-Präparat besser als von Analysten erhofft.
29.08.2017 16:18

Um 16.07 Uhr verlieren die Bons von Roche noch 0,2% auf 241,50 CHF. Kurz zuvor kletterten sie bei 241,70 CHF auf neue Tageshöchstkurse. Der Gesamtmarkt (SMI) notiert im Gegenzug bei 8'804,54 Punkten und damit um 0,67% unter dem Schlussstand vom Vortag. Derivatseitig ist von auffälligen Umsätzen in den Call-Warrants ROGOJB und ROGAJZ zu hören.

Wie einem Kommentar der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs entnommen werden kann, lassen Statistiken der Nachrichtenagentur Bloomberg auf einen Juli-Umsatz von 169 Mio USD mit Ocrevus schliessen. Das entspräche fast dem gesamten im zweiten Quartal erzielten Umsatz.

Beobachtern zufolge könnte der Absatz mit dem Präparat im August sogar weiter an Schwung gewonnen haben. Für 2017 gehen Analysten bisweilen von einem Umsatzbeitrag mit Ocrevus von 450 bis 500 Mio USD aus. Roche könnte diese Schätzungen für das Gesamtjahr schon Monate vor dessen Ablauf erreichen, so heisst es.

Der Pharma- und Diagnostikkonzern aus Basel ist in dieser Hinsicht auch gefordert, verlieren umsatzstarke Schlüsselmedikamente wie Herceptin, Avastin oder Rituxan doch über die nächsten Jahre den Patentschutz. Dann sind sie der Erosion durch kostengünstigere sogenannte Biosimilars ausgesetzt. Diese Erosion wollen die Firmenverantwortlichen mit neuen Wirkstoffen auffangen.

Roche wird erst am 19. Oktober über die Geschäftsentwicklung des dritten Quartals berichten. Erste Anhaltspunkte zu Ocrevus verspricht man sich im hiesigen Berufshandel von einer Firmenpräsentation anlässlich der Goldman Sachs Medtech Conference vom 6. September in London.

lb/yr

(AWP)