Roche bleibt mit Umsatz leicht unter Konsens - Ausblick bestätigt

(Meldung durchgehend um weitere Details ergänzt)
20.10.2016 07:48

Basel (awp) - Roche hat mit seinen Umsatzzahlen für die ersten neun Monate 2016 die eigenen Ziele in etwa erfüllt. Analysten hatten dem Pharmakonzern allerdings noch etwas mehr zugetraut. Einmal mehr waren die Krebsmedikamente die Hauptumsatzträger. Mit Blick auf das Gesamtjahr bleibt der Konzern bei seinem bisherigen Ausblick, und auch das Ziel, die Dividenden in Schweizer Franken für 2016 zu erhöhen, wurde bestätigt.

Für die ersten neun Monaten 2016 weist Roche einen Umsatz in Höhe von annähernd 37,51 Mrd CHF aus, ein Plus von 6%. Zu konstanten Wechselkursen (kWk) resultierte ein Wachstum von 4%, wie einer Medienmitteilung vom Donnerstag zu entnehmen ist.

PHARMASPARTE VON KREBSMEDIKAMENTEN GESTÜTZT

Dabei erzielte die grössere der beiden Sparten, die Pharmasparte, einen Umsatz von 29,14 Mrd CHF (+5%/+4% kWk). Getragen wurde das Wachstum in der Pharmasparte insbesondere durch Verkäufe der HER2+ Brustkrebs-Franchise, die aus den Mitteln Herceptin und Perjeta besteht. So legte der Perjeta-Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 31% auf knapp 1,4 Mrd CHF zu, während sich die Verkäufe von Herceptin auf 5,1 Mrd CHF beliefen (+5%).

Besonders deutliche Umsatzsteigerungen erzielte Roche auch noch mit Actemra/RoActemra gegen rheumatoide Arthritis. Aber auch Xolair und Esbriet, die ebenfalls zur Behandlung immunologischer Erkrankungen dienen, steigerten ihre Umsätze überdurchschnittlich.

NEUE MITTEL WERDEN GUT AUFGENOMMEN

Für das im Mai eingeführte Immun-Therapeutikum Tecentriq in der Indikation Blasenkrebs weist Roche für das dritte Quartal Erlöse von 77 Mio CHF aus. Aber auch das neu eingeführte Medikament Alecensa (Umsatz: 122 Mio CHF) zur Behandlung von fortgeschrittenem ALK-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) erzielte laut Roche gute Umsätze im Berichtszeitraum.

Für die zweite Roche-Sparte, den Bereich Diagnostics, stehen nach den ersten neun Monaten Erlöse von knapp 8,37 Mrd CHF zu Buche, 7% mehr (+7% kWk) als im Vorjahreszeitraum. Die Sparte habe vor allem von einer guten Entwicklung bei den Produkten für Immundiagnostik profitiert.

ERWARTUNGEN NICHT GANZ ERFÜLLT

Mit den vorgelegten Umsatz-Zahlen hat Roche die durchschnittlichen Analystenschätzungen nicht ganz erfüllt. Die von AWP befragten Experten haben im Schnitt mit einem Gruppenumsatz von 37,58 Mrd CHF gerechnet. Während die Pharmasparte mit ihren Erlösen knapp unter den Schätzungen von 29,28 Mrd bleibt, liegt das Diagnostics-Geschäft etwas über den erwarteten 8,30 Mrd CHF.

Beim Blick auf die Pipeline-Entwicklung in den vergangenen Monaten hebt der Konzern unter anderem Actemra/RoActemra hervor. Für dieses Mittel wurde Roche in der Indikation rheumatoide Arthritis erst kürzlich von der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA der Status Therapiedurchbruch zugesprochen. Bei rheumatoider Arthritis handelt es sich um eine chronische, unter Umständen lebensbedrohliche Autoimmunerkrankung.

Für das Medikament Alecensa erhielt Roche diesen Status für die Behandlung erwachsener Patienten mit fortgeschrittenem ALK-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, die zuvor keine Behandlung mit einem ALK-Hemmer erhalten hatten.

HÖHERE DIVIDENDE ANGEPEILT

Für den weiteren Geschäftsverlauf bekräftig das Unternehmen seine bisherige Prognose, wonach der Umsatz 2016 zu konstanten Wechselkursen im unteren bis mittleren einstelligen Bereich ansteigen soll. Der Kerngewinn je Titel - ebenfalls zu konstanten Wechselkursen - soll etwas stärker wachsen. Roche geht zudem weiter davon aus, dass die Dividende in Schweizer Franken auch für das Jahr 2016 erhöht werden kann.

"Die Divisionen Pharma und Diagnostics konnten ihre Verkäufe dank der Einführung neuer Produkte weiter steigern, und auch unsere Produkte-Pipeline entwickelt sich sehr gut", wird CEO Severin Schwan in der Mitteilung zitiert. Das Krebsimmuntherapeutikum Tecentriq habe seit seiner Erstzulassung für Patienten mit fortgeschrittenem Blasenkrebs im Mai in den USA eine sehr gute Nachfrage erfahren, so der Manager weiter.

hr/dm

(AWP)