Roche Diagnostik-Chef: Investitionen in Digital-Portfolio werden zunehmen

Die Roche-Diagnostiksparte wird in den kommenden Jahren ihr Digital-Portfolio weiter ausbauen. "Die Investitionen werden entlang neuer technologischer Möglichkeiten in den nächsten Jahren zunehmen", erklärte Roche Diagnostik-Chef Roland Diggelmann in einem Interview mit der "Schweiz am Wochenende" (Ausgabe 25.11.): "Darin sehen wir grosse Chancen."
26.11.2017 16:03

Dank des technologischen Fortschrittes habe man heute sehr viel mehr Daten zur Verfügung, auf deren Basis Behandlungsentscheidungen getroffen werden könnten, sagte der Manager des Basler Pharmakonzerns im Interview. Dennoch stehe man aber am Anfang einer Entwicklung. "Für die Diagnostik ist es eine spannende Zeit." Roche sei gut aufgestellt, da das Unternehmen Pharma und Diagnostik unter einem Dach habe.

Auch wenn Roche Diagnostik immer auf Biologen angewiesen sein werde, so kämen mit der Digitalisierung neue Funktionen wie Daten- und Softwareexperten dazu. "Wir haben 2016 eine Abteilung gegründet, die bereits über 100 Mitarbeiter beschäftigt". Diese entwickle Softwar-Produkte wie beispielsweise die vergangene Woche lancierte Software "Navify", sagte Diggelmann.

Es gebe auch Bereiche, in denen künstliche Intelligenz Sinn mache. Roche habe dafür das Projekt "digitale Pathologie" für die Gewebediagnostik gestartet. So brauche ein erfahrener Pathologe "reichlich Zeit", um bei einer Krebsabklärung Zellarten und Unregelmässigkeiten von Biopsie-Proben zu erkennen. "Für diesen Schritt entwickeln wir mit künstlicher Intelligenz ein Verfahren, das die Proben untersucht und den Befund erleichtert."

Gute Fortschritte sieht Diggelmann bei der Gen-Sequenzierung. "Unser Anspruch ist, eine neue Art der Sequenzierung auf den Markt zu bringen.". Dabei kämen die gewonnen Gen-Daten nicht mehr ungefiltert aus dem Sequenzierungsgerät sondern würden direkt digital durch eine integrierte Software ausgewertet. "So wird die Anwendung präziser, günstiger und schneller."

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(AWP)