Roche erreicht mit Gazyva in GOYA-Studie primären Endpunkt nicht

(Um weitere Details, Analystenkommentar und vorbörslichen Kurs ergänzt)
18.07.2016 08:33

Zürich (awp) - Roche hat mit seinem Mittel Gazyva/Gazyvaro in der wichtigen GOYA-Studie einen Rücksetzer erlitten. Die Phase-III-Studie habe ihren primären Endpunkt nicht erreicht, teilt der Pharmakonzern am Montag mit. In der Studie wurde das Mittel bei Patienten mit nicht vorbehandeltem diffusem grosszelligem B-Zell-Lymphom (bestimmte Form von Blutkrebs) eingesetzt.

Der primäre Endpunkt sei eine signifikante Reduktion des Risikos von Krankheitsverschlechterung oder Tod (progressionsfreies Überleben; PFS) im Vergleich zu MabThera/Rituxan (Rituximab) plus CHOP-Chemotherapie (R-CHOP) gewesen. Die Nebenwirkungen mit Gazyva/Gazyvaro bzw. MabThera/Rituxan entsprachen den in früheren klinischen Studien in Kombination mit verschiedenen Chemotherapien beobachteten Nebenwirkungen.

Die aktualisierten Ergebnisse sind ein Rücksetzer für Roche. Auf die Daten der GOYA-Studie haben Analysten im Vorfeld bereits hingewiesen. Gazyva galt bislang als möglicher Nachfolger für den Blockbuster Rituxan. Positive Daten wurden von den Experten als Schutz für die CD20-Franchise gegen eine mögliche Erosion durch Biosimilars gesehen.

Ende Mai erst hatte Roche mitgeteilt, dass die GALLIUM-Studie ihren primären Endpunkt vorzeitig erreicht habe. Das hatte die Zuversicht mit Blick auf die aktuelle GOYA-Studie erhöht, da auch bei GALLIUM das Mittel Gazyva getestet wurde. Hier wurden Patienten mit zuvor unbehandeltem follikulärem Lymphom mit dem Medikament behandelt.

Analysten hatten sich seinerzeit positiv überrascht gezeigt. Sie hatten mit den Daten erst im kommenden Jahr gerechnet und bezeichneten sie als gutes Vorzeichen für GOYA.

TIEFER ERWARTET

Ein Händler rechnet für Roche-Aktien nun mit Kursverlusten zum Handelsstart. Analyst Stefan Schneider von Vontobel schreibt, die aktuellen Daten seien zwar enttäuschend, kämen aber nicht ganz überraschend. Der Pharmakonzern sei nun verletzbarer. Gegen Ende des kommenden Jahres werde mit ersten Biosimilars für Rituxan gerechnet. Das dürfte dann zu stärkerem Umsatz-Druck sorgen als bislang gedacht. Als Reaktion auf die Daten senkt Schneider sein Kursziel für die Papiere.

Vorbörslich geben die Roche-Genussscheine um 0,9% nach. Der Gesamtmarkt wird dagegen nur mit einem knappen Minus von 0,13% erwartet.

hr/rw

(AWP)