Roche erreicht mit Krebsmittel Ziele in Phase-III-Studie

(Meldung ausgebaut) - Roche hat mit seinem Mittel Alecensa in der global angesetzten Phase-III-Studie ALEX einen vollen Erfolg verbucht - alle primären und sekundären Endpunkte der Studie wurden erreicht. Das Medikament erwies sich bei der Behandlung einer bestimmten Form von Lungenkrebs als überlegen gegenüber der Behandlung mit Crizotinib von Pfizer.
10.04.2017 16:21

Die Studie hat laut Roche-Mitteilung vom Montag gezeigt, dass Patienten mit ALK-positivem, fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC), die in der Erstlinien-Therapie mit Alecensa behandelt wurden, deutlich länger lebten ohne ein Fortschreiten der Erkrankung als jene, denen Crizotinib verabreicht wurde.

Wie Roche weiter ausführt, handelt es sich hierbei um die zweite Phase-III-Studie, in der sich Alecensa in der Erstlinien-Therapie dieser bestimmten Form von Lungenkrebs gegenüber Crizotinib als überlegen erweist. Dabei seien beim Sicherheitsprofil keine Veränderungen beobachtet worden und es sei auch nicht zu unerwarteten Zwischenfällen gekommen.

Die ausführlichen Studiendaten sollen an einer der nächsten Fachkonferenzen präsentieren werden, wie es heisst. Zudem werde man die vollständigen Unterlagen bei den weltweiten Zulassungsbehörden einreichen, inklusive der FDA, die dem Mittel bereits 2016 den Status Therapiedurchbruch für NSCLC-Patienten, die zuvor noch nicht mit einem ALK-Inhibitor behandelt wurden, erteilt hatte.

ALECENSA BALD GOLDSTANDARD?

Damit dürfte Alecensa zum Goldstandard für die Behandlung dieser Patientengruppe werden. Allerdings würden nur 5% aller NSCLC-Fälle durch ALK verursacht, schreibt ZKB-Analyst Michael Nawrath in einer ersten Stellungnahme. Das Spitzenumsatzpotenzial des Präparats dürfte mit geschätzten 1,5 Mrd CHF im Jahr 2024 erreicht werden, so der Experte.

Heute sei Alecensa erst in Japan als Erstlinientherapie in dieser Indikation zugelassen. In Europa und in den USA indes ist das Präparat erst auf provisorischer Basis als Zweitlinientherapie zugelassen. Diese provisorischen Zulassungen dürften mit den neuen Daten nun mit Sicherheit in definitive umgewandelt werden, urteilt Nawrath.

Auch Vontobel-Experte Stefan Schneider begrüsst die neuen Studiendaten und erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit für eine endgültige Zulassung von Alecensa von 80% auf 90%. Den Spitzenumsatz veranschlagt Schneider auf 1,1 Mrd CHF.

An der Börse kommen die News weniger gut an: Am Montagnachmittag steht der Roche-Bons 0,4% im Minus, während der am SMI gemessene Gesamtmarkt um ebenfalls 0,4% nachgibt. Der Leitindex steht jedoch unter dem Eindruck des Dividendenabgangs bei Nestlé. Ein besserer Vergleich ergibt sich daher mit der Performance des SPI (+0,33%), der als dividendenadjustierter Index nicht davon betroffen ist.

ra/uh

(AWP)