Roche-GS sinken nach Quartalszahlen - Sorgen wegen Biosimilars

Die Roche-Genussscheine haben am Donnerstagvormittag nach Bekanntgabe der Neunmonats-Umsatzzahlen an Wert eingebüsst. Der Pharmakonzern hat die Umsatzerwartungen der Analysten zwar erfüllt, Grund für den Kursrückgang dürften vor allem gestiegene Befürchtung über die Höhe von Umsatzeinbrüchen aufgrund von Biosimilars sein.
19.10.2017 10:29

Die Genussscheine von Roche büssen bis 10.20 Uhr rund 0,7% auf 242,60 CHF ein. Derweil notiert der Gesamtmarkt gemessen am SMI 0,2% unter dem Niveau vom Vorabend.

Bei den Analysten vermochten die Neunmonatsumsatzzahlen insgesamt zu gefallen. Sowohl in der Diagnostik als auch im Pharmageschäft habe das Unternehmen erwartungsgemäss gut abgeschnitten, so der Tenor. Während sich die drei umsatzstärksten Medikamente Rituxan/MabThera, Avastin und Herceptin auf das dritte Quartal bezogen etwas schlechter als gedacht verkauften, überraschten jüngere Präparate wie Perjeta oder Ocrevus positiv. Auch der Umsatzbeitrag des als margenstark geltenden Augenmedikaments Lucentis fiel höher als erwartet aus. Leicht enttäuscht zeigen sich Analysten hingegen vom Absatz von Tecentriq.

Den Kurs ins Minus gezogen haben könnten indes die Befürchtungen, dass die Umsatzeinbussen von Roche durch Biosimilars sehr rasch sehr hoch ausfallen könnten. So betrachtet etwa die Deutsche Bank die jüngste Umsatzentwicklung mit dem Wirkstoff Rituxan/Mabthera in Europa mit Sorge. Sie sieht darin den Einfluss der Konkurrenz durch Biosimilars auf die künftigen Roche-Umsätze wiederspiegelt. Die Geschwindigkeit des Umsatzrückgangs sei beunruhigend, zumal der Konkurrenzkampf mit den Nachahmerprodukten erst begonnen habe, heisst es im Analystenkommentar.

Beunruhigt zeigt man sich aufgrund des Rituxan-Umsatzes auch bei den Experten der UBS. Und die Analysten von Baader orten darin einen Gesprächsbedarf über den Umsatz, den Roche potenziell im kommenden Jahr erreichen kann.

Ähnlich tönt es auch bei der ZKB: Deren Analysten streichen ebenso die steigende Konkurrenz durch Biosimilars hervor, insbesondere weil im vierten Quartal weitere Nachahmerprodukte die Umsätze der Roche-Wirkstoffe noch stärker unter Druck setzen dürften. Für Roche sei es daher dringlicher denn je, mit neuen Pipeline-News und guten Lancierungen aufzuwarten, heisst es bei der ZKB.

Bei Vontobel und Jefferies dagegen hat man einen Rückgang des Rituxan/Mabthera-Umsatzes in Europa in der nun eingetroffenen Höhe erwartet

jr/gab

(AWP)