Roche meldet positive Phase-III-Daten aus ALUR-Studie mit Alecensa

(Meldung ausgebaut) - Der Pharmakonzern Roche hat mit seinem Mittel Alecensa in der Phase-III-Studie ALUR positive Ergebnisse erzielt. Das Mittel hat sich als äusserst wirksam erwiesen bei der Behandlung von ALK-positivem, fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC). Und zwar bei Patienten, bei denen nach einer Platin-basierten Chemotherapie und Crizotinib die Krankheit fortgeschritten war.
06.09.2017 09:42

Alecensa habe bessere Resultate erzielt als eine Chemotherapie, bestätigte Roche am Mittwoch frühere Angaben vom April. Neu sind die Details: Das Risiko des Fortschreitens des Lungenkrebses als primärer Endpunkt konnte um 85% im Vergleich zu einer anderen Art von Chemotherapie gesenkt werden. Im Terminus der Mediziner handelt es sich um das "progression-free survival" (PFS).

Und der von den Studienautoren ermittelte mediane PFS, der primäre Endpunkt der Studie, lag bei 9,6 Monaten bei Alecensa-Patienten im Vergleich zu 1,4 Monaten bei denen, die eine Chemotherapie erhielten. Ein unabhängiger Prüfungsausschuss ermittelte einen medianen PFS von 7,1 Monaten bei Alecensa gegenüber 1,6 Monaten bei der Chemotherapie. Dies sei der sekundäre Endpunkt der Studie gewesen.

Die allgemeine Ansprechrate (ORR) betrug 36% im Gegensatz zu 11%, die Ansprechrate gegen die bei diesem Lungenkrebs oft auftretenden Gehirnmetastasen betrug 54% im Gegensatz zu 0%. Und im Durchschnitt hielt die Wirkung von Alecensa 9,3 Monate im Vergleich zu 2,7 Monate mit Chemotherapie an.

Das ganze Datenset wurde zudem mit weniger Nebenwirkungen erzielt, und weniger Patienten hätten die Therapie wegen Unverträglichkeiten abgebrochen. Roche will die detaillierten Studiendaten kommendes Wochenende am Fachkongress European Society for Medical Oncology (ESMO) präsentieren.

ROCHE MIT DEM BESTEN MITTEL

Im Vergleich zu den beiden ALK-Inhibitoren der Konkurrenten Pfizer und Novartis hat Roche das beste Produkt in Händen, urteilt ZKB-Analyst Michael Nawrath nach Durchsicht der Daten. Er rechne damit, dass die Zulassung als Erstlinientherapie noch in diesem Jahr erwartet werden kann. Heute sei dies erst in Japan der Fall, in Europa und den USA indes ist das Präparat erst auf provisorischer Basis als Zweitlinientherapie zugelassen.

Nawrath warnt jedoch vor (zu) hohen Erwartungen: Nur 5 bis 8% aller NSCLC-Fälle seien durch ALK verursacht. Kann sich Roche in dieser Indikation einen Marktanteil von 70% sichern, geht der Analyst von einem Spitzenumsatzpotenzial von 1,4 Mrd CHF in Jahr 2024 aus. Für den Aktienkurs sei die heutige News daher nur leicht positiv.

Auch Stefan Schneider von der Bank Vontobel betont, dass es sich bei dieser Behandlung nur um eine kleine Indikation handle. Er sehe ein Spitzenumsatzpotenzial von 1,1 Mrd USD voraus.

An der Börse werfen die News auch keine grossen Wellen: Um 09.30 Uhr notieren die Roche-Bons um 0,5% tiefer, während der am SMI gemessene Gesamtmarkt um 0,56% nachgibt.

ra/rw

(AWP)