Roche meldet Todesfall in klinischer Hämophilie-Studie mit Emicizumab

Der Pharmakonzern Roche muss bei seiner Hämophilie-Studie HAVEN-1 einen Todesfall vermelden. Wie der Konzern auf der Seite der europäischen Hämophilie-Vereinigung (European Haemophilia Consortium, EHC) mittels offenem Brief mitteilte, kam es bei einem Patienten, der an der Studie teilnahm, zu schweren Nebeneffekten. Der Patient ist kürzlich verstorben. Er sei am Ende an rektalen Blutungen gestorben. Die Behandlung sei dadurch erschwert worden, dass der Patient Bluttransfusionen abgelehnt habe, so Roche.
23.02.2017 10:37

HAVEN-1 ist gemäss den Angaben von Roche eine nach wie vor laufende Phase-III-Studie, in der Patienten mit Emicizumab (ACE910) behandelt werden, die an der Bluterkrankheit Hämophilie A leiden und gleichzeitig inhibitorische Antikörper gegen den Blutgerinnungsfaktor VIII entwickelt haben. Da die Studie immer noch laufe, seien diesbezügliche Informationen aber begrenzt, schränkt der Konzern ein. Roche hatte Ende Dezember berichtet, dass die Studie den primären Endpunkt erreicht habe.

Analyst Vincent Meunier von Morgan Stanley hebt in einem aktuellen Kommentar zu der Nachricht ebenfalls hervor, dass die Behandlung des Patienten durch dessen Ablehnung einer Bluttransfusion erschwert worden sei. Er sei mit seiner Beurteilung aber vorsichtig, da aufgrund der aktuellen Nachrichtenlage nicht abzuschätzen sei, ob der Tod tatsächlich mit ACE910 direkt in Verbindung gebracht werden könne.

hr/uh

(AWP)