Roche-Papiere nach durchwachsenen Zahlen zwischen Plus und Minus

Bern (awp) - Die Genussscheine von Roche zeigen sich am Donnerstag nach der Vorlage eher gemischt bewerteter Umsatzzahlen etwas orientierungslos. Insgesamt hat der Pharmakonzern im Berichtszeitraum einen Tick weniger umgesetzt als erwartet. Dabei wurden die marginal schwächeren Umsätze in der Pharmasparte durch ein starkes Geschäft im Bereich Diagnostics zum Teil aufgewogen. Der Ausblick für das Gesamtjahr deckt sich mit den bisher gemachten Aussagen.
20.10.2016 10:05

Gegen 9.50 Uhr notieren die Anteilsscheine mit einem Abschlag von 0,2% bei 233,30 CHF wieder knapp im Minus. Zuvor waren sie nach einem noch schwächeren Auftakt zunächst ins Plus gedreht, um dann wieder in einen moderaten Rückwärtsgang zu schalten. Der Leitindex SMI zeigt sich zeitgleich bei einem Minus von 0,45% deutlich schwächer.

In ihren Kommentaren unterscheiden sich die Analysten in der groben Bewertung der Umsatzentwicklung kaum. So sei der Gruppenumsatz etwas schwächer als erwartet ausgefallen, heisst es etwa bei Morgan Stanley. Vor allem die beiden Medikamente Rituxan und Avastin seien den Erwartungen etwas hinterher gehinkt. In seinem ersten Kommentar hebt Analyst Vincent Meunier zudem noch die Aussagen zu der wichtigen APHINITY-Studie hervor. Nachdem es bislang hiess, Roche werde die Daten Ende 2016/Anfang 2017 vorlegen, heisst es nun im ersten Quartal 2017.

Bruno Bulic von Baader Helvea zielt in seinem Kommentar derweil auf das Immun-Therapeutikum Tecentriq ab, das seit Mai in der Indikation Blasenkrebs in den USA zugelassen und lanciert ist. Im dritten Quartal habe Roche hierfür einen Umsatz von 58 Mio CHF ausgewiesen und die Konsens-Erwartungen damit um 58% übertroffen. Es zeichne sich damit ab, dass das Mittel im vierten Quartal und im kommenden Jahr eine treibende Kraft für den Umsatz sein könnte.

Michael Nawrath von der ZKB schreibt von einem immer noch ansehnlichen Umsatzwachstum. Dennoch: im zweiten Halbjahr habe es bislang etwas an Dynamik verloren. Wie der Analyst hervorhebt, werden Biosimilars erst im nächsten Jahr in grösserem Masse ihre negativen Auswirkungen zeigen. Es werde für Roche also "immer dringlicher, mit neuen Pipeline-News und guten Lancierungen aufzuwarten."

hr/cp

(AWP)