Roche streicht in Basel weniger Stellen als geplant

Basel (awp/sda) - Der Pharmakonzern Roche baut in Basel weniger Stellen ab als geplant: Statt der im September angekündigten 190 werden nun 168 Arbeitsplätze gestrichen.
11.11.2016 15:15

Der bei der Ankündigung des Stellenabbaus Anfang September eingeleitete Konsultationsprozess und die Verhandlungen zum Sozialplan seien abgeschlossen, gab eine Konzernsprecherin am Freitag auf Anfrage bekannt. Die betroffenen Arbeitsplätze sollen noch in diesem Jahr sowie 2017 aufgehoben werden.

Die Verhandlungen über den Sozialplan wurde laut Roche "einvernehmlich" abgeschlossen. Das Ergebnis werde von allen Seiten akzeptiert. Von Arbeitnehmerseite waren der Angestelltenverband und die Arbeiterkommission von Roche an den Verhandlungen beteiligt.

ABSTRICHE BEIM SOZIALPLAN

Nicht zufrieden mit dem Verhandlungsergebnis ist jedoch die Gewerkschaft Unia. Gegenüber der bisherigen Praxis seien der Sozialplan massiv verschlechtert worden, kritisierte die Unia am Freitag.

Konkrete Angaben zum Sozialplan machte Roche auf Anfrage keine. Die Sprecherin bestätigte aber Abstriche gegenüber früher: Aufgrund des veränderten Umfelds und der demografischen Entwicklung seien die "sehr grosszügigen Frühpensionierungsmöglichkeiten" im Rahmen von Restrukturierungen heute eingeschränkt, hielt sie gegenüber der sda fest.

Ein wichtiges Ziel des Sozialplans sei es, die Betroffenen bei der Suche nach einer neuen Stelle zu unterstützen, hiess es weiter. Wie viele Mitarbeitende entlassen werden, war indes bei Roche nicht zu erfahren.

Grund für den bevorstehenden Abbau der 168 Stellen ist die Zusammenlegung zweier Produktionsorganisationen in Basel. Verschmolzen werden die Wirkstoffproduktion und die Fertigung von kleinmolekularen Arzneimitteln.

Basel bleibt aber trotz dem Abbau einer der wichtigsten Produktionsstandorte von Roche, wie es im September geheissen hatte. Der Pharmakonzern beschäftigt in Basel und im nahen Kaiseraugst AG rund 11'400 von weltweit über 91'700 Angestellten. Derzeit baut Roche den Hauptsitz in Basel für rund 3 Mrd CHF aus.

cf

(AWP)