Roche und Novartis legen an Hämatologie-Fachkongress EHA Langfristdaten vor

Die beiden Pharmakonzerne Roche und Novartis legen im Zuge des derzeit in Madrid laufenden Hämatologie-Fachkongresses EHA (European Hematology Association) neue Daten zu verschiedenen Medikamenten aus diesem Behandlungs-Gebiet vor. Roche etwa informiert ausführlich über seine Mittel Gazyva/Gazyvaro und Venclexta/Venclyxto. Novartis steht vor allem mit CTL019 und Tasigna im Blick.
23.06.2017 09:36

Wie Roche am Freitag mitteilt, unterstützen die weiteren Daten aus der GALLIUM-Studie den klinischen Vorteil von Gazyva/Gazyvaro (Obinutuzumab) bei Patienten, die an einem zuvor unbehandelten follikulärem Lymphom leiden. Verglichen mit einer Behandlung mit Rituxan/MabThera (Rituximab) hätten Patienten bei einer Behandlung mit Gazyva/Gazyvaro länger überlebt, ohne dass die Krankheit zurückkehrt - und das unabhängig von der jeweiligen Chemotherapie.

Zu Venclexta/Venclyxto wiederum kündigt Roche Ergebnisse aus verschiedenen Programmen an, die allesamt zeigten, dass das Mittel als Monotherapie bei hoch-Risiko-Patienten, die an einer chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) leiden und mit dem Mittel als Monotherapie behandelt wurden, einen Vorteil zeigte. Dieser erste B-Cell-Lymphoma-spezifische Inhibitor stelle einen möglichen neuen Ansatz dar, um verschiedene Formen von Blutkrebs zu behandeln, schreibt Roche in der Medienmitteilung weiter.

Zudem sei in einer ersten Phase-Ib-Studie eine erste Aktivität zu sehen gewesen bei Patienten, die an akuter myeloischer Leukämie litten, ebenso wie bei Patienten mit dem multiplen Myelom.

Novartis wiederum kündigt in seinen Mitteilungen vom Freitag weitere Daten zu Tasigna in der Behandlung von Patienten mit Philadelphia-Chromosom-positiver chronisch-myeloischer Leukämie (Ph1 CML-CP) in der chronischen Phase an. Demnach zeigten die Daten, dass etwa die Hälfte der Patienten, die mit dem Mittel behandelt wurden, auch zwei Jahre nach dem Therapie-Ende in einer therapiefreien Remission (TFR) blieben. TFR bedeutet, dass bei einem Patienten ein tiefes molekulares Ansprechen auch nach Absetzen der Therapie erhalten bleibt.

Novartis legt zudem weitere Daten zu seiner CAR-T-Zelltherapie (Chimeric Antigen Receptor-Therapie) CTL019 (tisagenlecleucel) in der Behandlung von Kindern und Erwachsenen mit schubförmiger/refraktärer B-Cell akuter lymphatischer Leukämie (ALL) vor. Wie die Daten aus der ELIANA-Studie zeigten, hätte die Mehrzahl der Patienten (83%) eine komplette Remission erzielt. Eine Nachbetrachtung nach sechs Monaten weise auf eine anhaltende Remissions-Rate hin, heisst es.

hr/cp

(AWP)