Wichtige Studienresultate - Ein Meilenstein für das Roche-Portfolio?

Die lange erwarteten Resultate der Aphinity-Studie von Roche sind positiv. Damit dürfte der Pharmakonzern die Vorreiter-Rolle auf dem Gebiet der Brustkrebsbehandlung behalten können.
02.03.2017 08:30
Gute Neuigkeiten: Hochhaus von Roche am Firmensitz in Basel.
Gute Neuigkeiten: Hochhaus von Roche am Firmensitz in Basel.
Bild: cash

Wie ein Damoklesschwert hingen die ausstehenden Ergebnisse der Aphinity-Studie über dem Pharmakonzern Roche. An diesem Donnerstag hat der Konzern sie nun endgültig veröffentlicht und die Erleichterung dürfte erst einmal gross sein: Der primäre Endpunkt wurde erreicht und die Kombination aus Herceptin, Perjeta und Chemo-Therapie hat in der adjuvanten Behandlung von HER-2-positivem Brustkrebs zu einer statistisch signifikanten Verbesserung des krankheitsfreien Überlebens (invasive disease-free survival, iDFS) geführt.

Die Studie habe gezeigt, dass diese Kombination in der adjuvanten Behandlung verglichen mit einer Behandlung mit Herceptin und Chemo-Therapie alleine, das Risiko vermindert habe, dass es zu einer Wiederkehr einer invasiven Erkrankung oder dem Tod komme. Getestet wurden Patienten mit HER-2-positivem Brustkrebs, der sich in einem frühen Stadium befand und die zuvor bereits operiert worden waren.

Das Sicherheitsprofil der Kombination mit Perjeta habe dabei frühere Daten gestützt, heisst es weiter. Die kompletten Resultate werde Roche an einem der nächsten wichtigen Kongresse in diesem Jahr veröffentlichen.

Meilenstein für das Roche Portfolio

Die Studiendaten sind für Roche von grosser Bedeutung. Am Markt wird sie als entscheidend für den Erhalt der HER-2-Brustkrebsfranchise gesehen, da in naher Zukunft zahlreiche Nachahmerprodukte auf den Markt kommen dürften, die Roches Vorreiter-Rolle auf diesem Gebiet zu untergraben drohen.

Mit Blick auf den Aktienkurs hatten Analysten seit mehr oder weniger einem Jahr immer wieder auf diese Studie verwiesen und die ausstehenden Daten als einen Hemmschuh für die Papiere bezeichnet.

Bei der UBS hatte Analyst Michael Leuchten bereits vor einigen Tagen geschrieben, dass er davon ausgehen, dass die eigentliche Medienmitteilung zu den Daten eher mager ausfallen dürfte - womit er am Ende richtig liegt. Wie er in der Studie auch schrieb, ist die entscheidenden Frage, ob statistisch signifikant auch klinisch signifikant bedeute. Hierauf gibt die Medienmitteilung zunächst keine Antwort. "Wir gehen davon aus, dass ein positives Resultat der Studie auch klinisch signifikant ist", lautet dennoch sein Fazit, das er auf bestimmten Berechnungen basiert.

In den USA dürften positive Resultate zu einem schnellen Wechsel der Standard-Therapie führen, da die Kombination aus der Aphinity-Studie den aktuellen "Goldstandard" quasi noch übertreffe.

(AWP)