Roche wächst stetig - Stellt Innovationskraft in Vordergrund

(Ausführliche Fassung)
21.07.2016 08:49

Basel (awp) - Der Pharmakonzern Roche schaut auf ein zufrieden stellendes erstes Halbjahr 2016 zurück. Die eigenen Ziele hat der Konzern mit seinen Zahlen erfüllt und auch im weiteren Jahresverlauf soll es in diesem Tempo weitergehen. Dies sei nur möglich, weil Roche seine Forschung und Produktpipeline kontinuierlich vorantreibe, kommentiert CEO Severin Schwan.

In den ersten sechs Monaten 2016 hat Roche einen Umsatz in Höhe von 25,0 Mrd CHF generiert, ein Plus von 6%. Zu konstanten Wechselkursen (kWk) resultierte ein Wachstum von 5%. Dabei erzielte die grössere der beiden Sparten, die Pharmasparte, einen Umsatz von 19,5 Mrd CHF (+6%/+4% kWk). Für den Bereich Diagnostics stehen Erlöse von 5,6 Mrd CHF zu Buche, 6% mehr (+6% kWk) als im Vorjahreszeitraum.

Für den betriebliche Kerngewinn weist Roche 9,9 Mrd CHF aus (+7%/+5% kWk). Der Konzerngewinn nach IFRS wiederum nahm um 4% zu auf 5,5 Mrd.

PHARMASPARTE MIT REKORDZAHL AN MARKTEINFÜHRUNGEN

Das Umsatzwachstum in der Pharmasparte sei hauptsächlich auf die Krebsmedikamente und Therapien gegen immunologische Krankheiten zurückzuführen, betont Schwan am Donnerstagsmorgen in der Telefonkonferenz mit Journalisten.

Mit Blick auf die Pharmasparte lenkt der Manager den Fokus aber noch lieber auf die zuletzt eingeführten Mittel: "Wir haben in den vergangenen 12 Monaten 5 neue Mittel auf den Markt gebracht - das hat es in der Geschichte von Roche bisher noch nicht gegeben", erklärt Schwan. Der Manager sieht das als Bestätigung der eigenen Innovationskraft.

US-WAHLEN UND BREXIT BEUNRUHIGEN CEO NICHT

Gefragt nach den möglichen Einflüssen der bevorstehenden Wahlen in den USA und auch den Folgen des Brexit setzt der CEO klar auf Unaufgeregtheit. Innovationskraft sei eine der grossen Stärken seines Unternehmens und genau deshalb sei er mit Blick auf die USA entspannt. Dort würden innovative und spezialisierte Therapieansätze honoriert. "Aber natürlich verfolgen wir die zuletzt intensiver geführten Diskussionen über die Preisgestaltung in den USA."

Genauso ruhig gibt sich der Manager bezüglich der möglichen Folgen des Brexit. Für Roche als Unternehmen seien diese überschaubar. Vielmehr sorge er sich um das Gesundheitssystem in Grossbritannien und ob es dem Land gelinge, die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen, dass auch dort die Pharmabranche mit dem Fortschritt mithalten könne.

TECENTRIQ MIT GUTEM START IN DEN USA

Sichtlich zufrieden ist Roche mit der Markteinführung des Immun-Therapeutikum Tecentriq (Atezolizumab) in den USA. Immerhin ist es dem Konzern damit gelungen, im Bereich der Immun-Onkologie zur Konkurrenz aufzuschliessen. Laut Schwan ist die Markteinführung bisher sehr gut verlaufen. Soweit man Umsätze bereits beziffern könne, habe Roche allein im Juni 19 Mio USD mit dem Medikament umgesetzt.

Zu der Anfang dieser Woche kommunizierte GOYA-Studie mit dem Mittel Gazyva zielt Schwan ebenfalls auf die positiven Aspekte ab. "Gazyva hat in der Studie nicht die primären Endpunkte erreicht - das ist richtig. Allerdings waren die Ziele in der Studie auch sehr hoch gesteckt." Ausserdem hätte Gazyva in drei von vier Vergleichs-Studien mit MabThera besser abgeschnitten, so dass etwa 70% der bisherigen MabThera-Umsätze auf Gazyva umgeschichtet werden können.

AUSBLICK BESTÄTIGT

Beim Blick auf die weitere Geschäftsentwicklung stellt Roche ein ähnliches Tempo wie für die ersten sechs Monate in Aussicht. Demnach soll der Umsatz 2016 zu konstanten Wechselkursen im unteren bis mittleren einstelligen Bereich ansteigen. Der Kerngewinn je Titel - ebenfalls zu konstanten Wechselkursen - soll etwas stärker wachsen. Roche geht zudem weiter davon aus, dass die Dividende in Schweizer Franken auch für das Jahr 2016 erhöht werden kann.

Analysten zeigen sich in ihren ersten Reaktionen zufrieden mit den Halbjahreszahlen. Roche habe seinen Gewinn trotz der anhaltend hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung sogar etwas stärker steigern können, heisst es etwa in einem Kommentar.

Hr./gab

(AWP)