Rohstoffkosten und starker Euro belasten Symrise - Aktie unter Druck

(Zusammenfassung; neu Aussagen aus der Pressekonferenz, Analystenkommentar Liberum) - Höhere Rohstoffkosten etwa für Vanille und der starke Euro machen dem Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise zu schaffen. Und auch der Ausfall eines wichtigen Lieferanten der Branche bereitet Probleme. Dies geht zulasten der Profitabilität. Die Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dürfte nach einem Rückgang im vergangenen Jahr auch 2018 unter Druck bleiben, wie der MDax-Konzern am Mittwoch in Holzminden mitteilte. Am Finanzmarkt sorgte dies für deutliche Kursverluste bei den Aktien.
14.03.2018 12:58

Das Unternehmen will beim Umsatz zwar abermals schneller wachsen als der Markt für Duftstoffe und Aromen. Investoren reagierten dennoch verstimmt. Im frühen Handel verloren die Papiere in der Spitze 8 Prozent und standen zuletzt rund 7 Prozent im Minus. Händler und Analysten bemängelten die Aussichten für die Profitabilität. Die Symrise-Aktien haben in diesem Jahr bereits deutlich verloren: Seit ihrem Rekordhoch von 73,70 Euro im Januar haben sie nun rund 18 Prozent abgegeben.

"Wir haben einen dynamischen Jahresstart hingelegt und sehen uns dank unserer starken Marktposition, unserer erweiterten eigenen Rohstoffversorgung und des gezielt eingeleiteten Kapazitätsausbaus sehr gut aufgestellt", sagte Konzernchef Heinz-Jürgen Bertram. Die ersten Monate seien aber auch durch Gegenwind durch den starken Euro geprägt gewesen. Zudem seien die Auswirkungen der Rohstoffkrise auf die gesamte Parfümindustrie derzeit noch nicht abzuschätzen.

Hier waren im zweiten Halbjahr 2017 zahlreiche chinesische Lieferanten infolge strengerer Umweltauflagen weggefallen. Belastend hinzu kam, dass der wichtige Grundstoffproduzent BASF nach einem Brand als Lieferant ausfiel. Hier steuert Symrise gegen: Ein Teil der benötigten Rohstoffe wird laut Bertram mittlerweile selbst hergestellt. Die Kosten dürften aber dennoch steigen, etwa wegen notwendiger Transporte. Analyst Adam Collins vom Investmenthaus Liberum rechnet deshalb mit einem etwas holperigeren Jahr für Symrise als bislang gewohnt.

Vom Umsatz sollen 2018 vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) rund 20 Prozent übrig bleiben. Die Profitabilität läge dann näher am unteren Ende des bestätigten Mittelfristziels von 19 bis 22 Prozent, das bis Ende 2020 gilt. 2017 hatte die Marge noch bei 21 Prozent gelegen, 2016 waren es gar 21,5 Prozent.

Absolut legte das operative Ergebnis im vergangenen Jahr um knapp 1 Prozent auf gut 630 Millionen Euro zu. Unter dem Strich blieben mit gut 270 Millionen Euro rund 2 Prozent mehr hängen als 2016. Die Dividende soll um 3 Cent auf 0,88 Euro je Aktie steigen. Analysten hatten im Durchschnitt mehr erwartet.

Die Erholung des Geschäftsbereichs Scent & Care im dritten Quartal war kurzlebig, merkte Analyst Michael Schäfer von der Commerzbank an. Der Umsatz im Geschäft mit Duftstoffen für die Parfüm- und Kosmetikindustrie fiel 2017, wenngleich das teilweise auch auf die Veräusserung der Industrieaktivitäten wie etwa Klebstoffe und Farben der amerikanischen Pinova zurückging, die durch einen früheren Kauf zu Symrise gekommen waren.

In den beiden anderen Unternehmensbereichen lief es dank guter Geschäfte mit Aromen etwa für Süsswaren und Getränken sowie mit Zusätzen für Heimtiernahrung besser. Der Konzernumsatz wuchs daher 2017 um 3,2 Prozent auf knapp 3 Milliarden Euro. Ohne Zu- und Verkäufe sowie ohne die Auswirkungen des starken Euro und anderer Wechselkurseffekte lag das Wachstum bei 6,3 Prozent. Beides war allerdings weniger als im Jahr zuvor./mis/tav/jha/

(AWP)