Romande Energie dank Erholung bei Alpiq mit massivem Gewinnanstieg

(Ergänzt um mehr Details und Hintergrund) - Romande Energie hat wieder deutlich mehr Gewinn erzielt und setzt damit die Achterbahnfahrt der vergangenen Jahre fort. Nicht zuletzt macht sich dabei immer wieder die Performance der Beteiligungen stark bemerkbar. Das operative Ergebnis war 2016 - bei einem Rekordumsatz - durch einen harten Wettbewerb gekennzeichnet.
10.04.2017 08:57

Der Gewinn beim Westschweizer Energieversorger stieg im Berichtsjahr auf 113,6 Mio CHF nach 1,2 Mio im Vorjahr. Bei den assoziierten Gesellschaften hätten sich mit einem Gewinn von 29 Mio wieder schwarze Zahlen ergeben nach -72 Mio CHF im Vorjahr wegen hoher Wertberichtigungen bei Alpiq, teilt Romande Energie am Montag mit.

Die Gruppe hält einen Anteil von 29,7% an der EOS Holding SA, die wiederum mit einem Anteil von 31,4% an Alpiq beteiligt ist. 2016 hat Alpiq wieder einen Gewinn von 294 Mio CHF erzielt nach einem Verlust von 830 Mio 2015.

HÖHERE DIVIDENDE

Das Ergebnis bei Romande Energie schwankte auch in den Jahren zuvor stark mit -147,2 Mio 2014, +67,9 Mio 2013, -278,2 Mio 2012, -235,2 Mio 2011, +84 Mio 2010 und +713 Mio 2009. Für das Jahr 2016 sollen die Aktionäre nun eine um 3 CHF höhere Dividende von 36 CHF je Aktie erhalten.

Die Dividendenpolitik sei darauf ausgerichtet, die Rendite und die Attraktivität der Titel zu gewährleisten, heisst es am Montag. Falls die Generalversammlung vom 30. Mai in Morges dem Betrag zustimmt, würden insgesamt 37,1 Mio CHF ausgeschüttet.

Der Nettoumsatz blieb im vergangenen Jahr indes mehr oder weniger stabil bei 602,0 Mio CHF nach 600,0 Mio (+0,3%). Eine hohe Niederschlagsmenge habe sich positiv auf die Stromproduktion ausgewirkt, die um 28% auf 517 Mio Kilowattstunden stieg. Der Anteil der Eigenproduktion des an die Kunden abgesetzten Stroms lag daher bei 14%.

Operativ sank der EBITDA um 6,4% auf 151,2 Mio und der EBIT um 7,1% auf 97,2 Mio. Das Umfeld sei durch immer härtere Marktbedingungen gekennzeichnet, so Romande Energie. Es ist die Rede von Margenerosion im liberalisierten Markt.

Auch spielten verschiedene Einmaleffekte beim Bruttobetriebsgewinn (-6,4% auf 285 Mio CHF) mit hinein: Weitere Gründe für den Rückgang waren der vorzeitige Heimfall der Konzession für die Elektrizitätsgesellschaft Forces Motrices du Grand-Saint-Bernard (FGB SA), an der man seit Anfang 2016 einen Anteil von 36% hält, sowie ein Ertragsrückgang im Zusammenhang mit Einmaleffekten, wie es heisst.

STABILES BETRIEBSERGEBNIS 2017 ERWARTET

Für 2017 geht Romande Energie "vorbehaltlich ausserordentlicher Ereignisse" von einem Betriebsergebnis aus, das mit dem Resultat des Berichtsjahrs vergleichbar sein wird. Die Rahmenbedingungen des Schweizer Energiesektors seien nach wie vor ungewiss - trotz einer im internationalen Vergleich günstigen Konjunkturlage, heisst es. Zum einen hänge die Umsetzung der Energiestrategie 2050 vom Ausgang der Volksabstimmung vom 21. Mai ab. Des weiteren verzögere sich die vollständige Öffnung des hiesigen Strommarktes weiter.

Auf Marktseite wiederum hätten sich die Strompreise im Grosshandel nach einem schwankungsreichen Verlauf insgesamt zwar gegen Jahresende stabilisiert. Im Vergleich mit dem Niveau der vergangenen zehn Jahren seien die Notierungen allerdings weiterhin tief. Für Romande Energie - als Versorger von "gefangenen" Endkunden mit regulierten Tarifen und relativ geringer Eigenproduktion - ergeben sich dadurch auf der einen Seite günstige Beschaffungsbedingungen. Die Rentabilität der Schweizer Wasserkraftwerke leide hingegen, heisst es.

Romande Energie prüft dennoch Gelegenheiten, Kraftwerke in der Schweiz oder im Ausland zu kaufen. Darüber hinaus sollen die bestehenden Kraftwerke weiter optimiert und Projekte im Bereich Erneuerbare Energien weiterentwickelt werden.

Entwicklungsmöglichkeiten sieht das Unternehmen ausserdem im Bereich Netze - zum Beispiel mit dem Einsatz neuer digitaler Lösungen - sowie bei Energiedienstleistungen wie etwa Klimatisierung, Haustechnik und Heizungen. Bis 2020 will Romande Energie unter den drei führenden Westschweizer Anbietern im Bereich Energiedienstleistungen sein. Dank einem soliden Eigenkapital von 1,7 Mrd CHF sei man in der Lage, die verschiedenen Ziele umzusetzen.

ys/cf

(AWP)