Romande Energie erzielt weniger Umsatz - Alpiq-Verlust drückt auf den Gewinn

(Mit weiteren Angaben ergänzt) - Der Energiekonzern Romande Energie hat im ersten Halbjahr 2017 weniger Umsatz erzielt und einen Gewinnrückgang erlitten. Tiefere Stromtarife, ein aufgrund des milden Winters geringerer Verbrauch, ein Sondereffekt im Personalaufwand sowie der Verlust auf der Alpiq-Beteiligung, das waren die wesentlichen Faktoren, die auf die Geschäftsentwicklung gedrückt haben. Wegen geringer Niederschläge wurde zudem weniger Strom produziert.
12.09.2017 08:48

Der Umsatz von Romande Energie nahm in den Monaten Januar bis Juni um 5,1% auf 276,9 Mio CHF ab und der Bruttobetriebsgewinn um 3,5% auf 136,5 Mio. Aufgrund des ausserordentlich milden Winters sei der Stromverbrauch sowohl bei den Haushalten, als auch bei den Kunden im liberalisierten Markt deutlich gesunken, begründet das Westschweizer Energieunternehmen in der Mitteilung vom Dienstag die Abnahme. Ausserdem hätten die Kunden mit regulierten Tarifen von einem Preisrückgang von rund 2% profitiert.

WENIGER STROM PRODUZIERT

Die Stromproduktion wurde durch meteorologische Faktoren belastet. Im Vorjahr profitierte Romande Energie noch von einer überdurchschnittlich hohen Produktion in den gruppeneigenen Elektrizitätswerken. Die schwachen Niederschläge in den ersten Monaten 2017 hätten sich jedoch sehr negativ ausgewirkt und so habe sich der Anteil der Eigenproduktion um 40% auf 206 GWh vermindert. Abgesetzt wurden im Halbjahr 1'455 GWh (-24%).

Das Betriebsergebnis sank auf Stufe EBITDA um 22% auf 64,4 Mio CHF und im EBIT um 35% auf 37,4 Mio. Hier schlug zusätzlich zum Umsatzrückgang ein einmaliger Sondereffekt aus dem Vorjahr durch: Damals hatte die Senkung des Umwandlungssatzes in der Vorsorge eine einmalige Gutschrift von 12 Mio beim Personalaufwand zur Folge.

Unter dem Strich schaute ein Gewinn von noch 34,0 Mio CHF heraus, nach 55,3 Mio in der Vorjahresperiode. Nebst dem tieferen operativen Ergebnis lastet auch der Verlust von Alpiq, an der Romande Energie eine Beteiligung von gut 9% hält, auf dem Reingewinn. Im Posten "Anteil assoziierte Gesellschaften", wo auch der anteilsmässige Gewinn der EOS Holding enthalten ist, resultiert ein Minus von 5,15 Mio (VJ +2,60 Mio).

Umsatz und Gewinn lagen über den Schätzungen von Research Partners, das operative Ergebnis verfehlte dagegen die Vorgaben.

Die Bilanz sei mit einem den Aktionären der Muttergesellschaft zurechenbaren Eigenkapital von 1,7 Mrd CHF nach wie vor "stabil und solid". Die Eigenkapitalquote erhöhte sich gegenüber der Vorjahresperiode um 4 Prozentpunkte auf 81% und um 3 Prozentpunkte im Vergleich zum 31. Dezember 2016. Die solide Quote diene als Basis für die weitere Geschäftsentwicklung

DIENSTLEISTUNGEN GESTÄRKT

Mit Blick voraus spricht Romande Energie trotz günstiger Konjunktur von einer weiterhin "komplexen Lage" am Schweizer Markt. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Strommarkt stünden nach wie vor nicht definitiv fest. Romande Energie versuche im Umfeld der Energiestrategie 2050 die Bereiche Energieeffizienz und Energiedienstleistungen weiterzuentwickeln.

Im ersten Halbjahr stärkte die Gruppe die Energiedienstleistungen mit der Übernahme der Neuhaus Energie SA aus dem waadtländischen Echandens. Der Bereichsumsatz nahm auch dank dem Zukauf um 18% auf 34 Mio CHF zu. Im Stromgeschäft soll derweil der Bereich der erneuerbaren Energien ausgebaut werden, sei es in der Schweiz oder im Ausland. In diesem Zusammenhang wurde im Juli der französische Windparkbetreiber Pluzunet übernommen.

Im Ausblick auf das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen eine operative Leistung, die in etwa dem Ergebnis des ersten Halbjahres entspricht. Entsprechend sei mit tieferen Resultaten zu rechnen, so Romande Energie weiter.

mk/cf

(AWP)