Rothschild Bank Zürich mit höherem Gewinn im Jahr 2016/17

Die Rothschild Bank Zürich hat den Gewinn im Geschäftsjahr 2016/17 (per Ende März) um 45% auf 18,6 Mio CHF verbessert. Allerdings nahmen die von dem Zürcher Bankhaus verwalteten Vermögen um 15% auf 14,0 Mrd CHF ab. Hauptgrund dafür war der Verkauf einer Tochtergesellschaft auf den Kanalinseln, wie dem online verfügbaren Geschäftsbericht der von der Rothschild-Familie kontrollierten Bank zu entnehmen ist.
18.07.2017 12:00

Insgesamt konnte die Zürcher Bank ihre Erträge im Geschäftsjahr um 6,7% auf 173,9 Mio CHF erhöhen. Wichtigste Ertragsquelle blieb das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (+2,7% auf 111,5 Mio CHF ). Deutlich zulegen konnte die Bank im Zinsengeschäft (+35% auf 35,2 Mio) während das Handelsgeschäft (-17% auf 21,4 Mio) hinter dem Vorjahr zurückblieb.

Auch die Kosten (+2,3% auf 141,8 Mio CHF) erhöhten sich wegen höherer Sachaufwendungen, während die Personalaufwendungen unter dem Vorjahr ausfielen. Unter dem Strich konnte der Bruttogewinn um knapp einen Drittel auf 32,1 Mio CHF verbessert werden.

Die Nettoneugelder entwickelten sich mit Abfluss von 268 Mio CHF (VJ Zufluss von 1,4 Mrd) leicht negativ. Mit dem im vergangenen Jahr erfolgten Verkauf der Tochter "Channel Islands Rothschild Bank (RBCI)" an die Rothschild Bank International (RBI) flossen ausserdem Vermögen in Höhe von rund 2,7 Mrd CHF ab. Allerdings werden die RBCI-Vermögen auch weiterhin von der Zürcher Bank betreut: Die gesamten verwalteten und betreuten Vermögen lagen per Ende Geschäftsjahr mit 27,4 Mrd entsprechend über dem Vorjahreswert von 25,9 Mrd.

MASSNAHMEN TRAGEN FRÜCHTE

Der seit rund einem Jahr amtierende CEO Laurent Gagnebin zeigte sich in einem Interview mit der Online-Plattform "Finews" vom Dienstag zufrieden mit dem Geschäftsjahr. Eine "Summe vieler kleiner Massnahmen" beginne nun Früchte zu tragen. Er verwies auf eine Verbesserung des Anlageansatzes, der zu einer besseren Performance geführt habe wie auch den Ausbau der Kundenberater-Teams. "Und auch bei der Kostendisziplin haben wir noch einmal zugelegt und unsere Cost-Income-Ratio deutlich gesenkt."

Gewachsen sei die Bank in Genf, Frankfurt und in diversen internationalen Märkten, so Gagnebin. "In Genf konnten wir in den vergangenen drei Jahren unsere Kundenvermögen mehr als verdreifachen." Auch in Zürich sei es gelungen, die Marktposition auszubauen. Im laufenden Jahr will der Rothschild-CEO noch einmal deutlich mehr neue Kunden gewinnen als im Vorjahr. "Die ersten drei Monate des neuen Geschäftsjahres waren diesbezüglich schon einmal vielversprechend."

BERICHTSPERIODE ÄNDERN

Wie dem Geschäftsbericht weiter zu entnehmen ist, will die Rothschild Bank Zürich ab dem kommenden Jahr das Finanzjahr an das Kalenderjahr anpassen. Die laufende Finanzperiode soll deshalb nur neun Monate lang sein. Die RBZ gehört über verschiedene Gesellschaften mehrheitlich der Familie Rothschild. Die in der Schweiz kotierte Edmond de Rothschild hält an der Bank ausserdem einen Anteil von 9,5%.

tp/rw

(AWP)