Royal Bank of Scotland legt Rechtsstreit zur Finanzkrise bei

Die Royal Bank of Scotland (RBS) hat im Streit mit Investoren über eine Kapitalerhöhung auf dem Höhepunkt der Finanzkrise einen millionenschweren Vergleich geschlossen. Damit vermeidet die RBS einen Prozess, der ihr Verhalten während der Finanzkrise 2008 aufgerollt hätte.
29.05.2017 17:43

Eine Investorengruppe erklärte in einem am Montag veröffentlichten Brief, sie nehme das Angebot des Instituts an, mit einer Zahlung von insgesamt etwa 200 Millionen Pfund (rund 250 Millionen Franken) den Rechtsstreit beizulegen.

Die Anleger warfen ehemaligen Managern der RBS vor, sie bei einer Kapitalerhöhung 2008 über die angespannte Lage der Bank absichtlich nicht informiert zu haben.

Die RBS hatte im April 2008 rund zwölf Milliarden Pfund bei Investoren eingesammelt, musste aber nur sechs Monate später für 45,8 Milliarden Pfund vom Staat gerettet werden. Die damals neu ausgegebenen Aktien verloren rund 90 Prozent an Wert.

An der Kapitalerhöhung hatten sich mehr als 35'000 Aktionäre beteiligt, darunter grosse institutionelle Investoren und öffentliche Pensionskassen. Die RBS, die immer noch zu 70 Prozent in staatlicher Hand ist, hat jegliches Fehlverhalten von sich gewiesen und erklärt, ihre Chefs hätten nicht illegal gehandelt. Zum jetzt erzielten Vergleich lehnte das Institut eine Stellungnahme ab.

Die Investorengruppe, zu der Einzel- und institutionelle Anleger zählen, hatte vor dem Vergleich erklärt, sie wolle die RBS-Bosse und insbesondere Ex-Vorstandschef Fred Goodwin vor Gericht sehen.

Zur Vermeidung eines Prozesses stockte die RBS kürzlich ihr ursprüngliches Angebot zur Beilegung von 43,1 Pence je Aktie auf 82 Pence je Papier auf. Mit anderen Investorengruppen hatte sich die Bank bereits im vergangenen Jahr auf einen 800 Millionen Pfund schweren Vergleich verständigt.

(AWP)