RTL Group mit schwächerem zweiten Quartal - dennoch Rekordprognose

LUXEMBURG (awp international) - Olympische Spiele in Brasilien und Fussball-Europameisterschaft in Frankreich - für die RTL Group haben die TV-Übertragungen der Sportgrossereignisse bei der Konkurrenz ein schwächeres zweites Quartal bedeutet. Der Umsatz der Bertelsmann-Tochter sank im Vorjahresvergleich um 2,3 Prozent auf 1,44 Milliarden Euro. Der Gewinn fiel auf 203 Millionen Euro (Vorjahr: 245 Millionen Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die Aktie lag zuletzt gut 2,3 Prozent im Minus. Das Zahlenwerk lag unter den Schätzungen der Analysten
25.08.2016 10:45

Ins Jahr gestartet war die europäische Sendergruppe mit Sitz in Luxemburg noch mit einem deutlichen Plus. RTL gab als Grund vorgezogene Ausgaben der Werbekunden vor den Spielen in Rio im August und der Fussball-EM im Juni an. Die Kunden wollten ihre Werbung abseits der Sportereignisse platzieren. Eine Ausnahme im zweiten Quartal war der französische Markt. Dort hatte die zur RTL Group gehörende Group M6 Teile der EM wie das Finale zwischen Frankreich und Portugal übertragen. Mit 20,8 Millionen erreichte M6 die fünfhöchste jemals in Frankreich erreichte Zuschauerzahl. Details zu Werbeumsätzen während der Fussball-EM nannte die RTL Group nicht.

Die Frankreich-Tochter profitierte im 2. Quartal zudem von einem Einmaleffekt. M6 trennt sich schrittweise von seinem Mobilfunk-Geschäft. Dafür flossen vom Partner Orange 43 Millionen Euro in die Kasse.

Für das Gesamtjahr 2016 hält RTL-Chefin Anke Schäferkordt an der Prognose eines Umsatzwachstums von 2,5 bis 5 Prozent fest. Wichtigster Antreiber bleibt das Deutschland-Geschäft. Beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) ist die Managerin noch optimistischer und erwartet jetzt bei einem Plus von 1 bis 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr Rekordzahlen. Zum Jahresstart hatte sie sich noch deutlich zurückhaltender geäussert.

"Besonders erfreulich ist die positive Entwicklung in Deutschland, Frankreich und das Digital-Wachstum, das sich wie geplant zu einer dritten Säule für das Unternehmen entwickelt", sagte Schäferkordt der Deutschen Presse-Agentur. Die Abhängigkeit vom TV-Werbemarkt werde damit weiter geringer. Aktuell generiert die RTL Group hier 51 Prozent des Umsatzes.

Der Gütersloher Bertelsmann-Konzern hält 75 Prozent an der im MDax der mittelgrossen Unternehmen notierten Sendergruppe./lic/DP/stk

(AWP)