RWE muss nachträglich Abstriche bei Innogy-Börsengang machen

ESSEN (awp international) - Der Energiekonzern RWE hat beim Börsengang seiner Ökostromtochter weniger Geld eingenommen als erhofft. Die begleitende Investmentbank Goldman Sachs gab fast 80 Prozent der für die sogenannte Platzierungsreserve (Greenshoe) bereitgestellten Aktien an den Konzern zurück. Damit sinkt der Erlös für RWE um 358 Millionen Euro auf letztlich rund 2,6 Milliarden, wie der Konzern am späten Donnerstagabend mitteilte.
21.10.2016 13:24

Mit der Platzierungsreserve stützen Investmentbanken in den zwei Wochen nach der Erstnotiz den Kurs eines Börsenneulings. Dabei kaufen sie die für den Greenshoe bestimmten, praktisch nur geliehenen Aktien am Markt zurück, wenn der Kurs unter den Ausgabepreis fällt. Letztlich geben die Banken die Aktien dem Alteigentümer wieder. Die Differenz von Ankaufspreis zu Ausgabepreis stecken sich die Banken als Gewinn ein.

Damit hält RWE nun 76,8 Prozent der Innogy-Anteile . Insgesamt belief sich das Emissionsvolumen aus dem grössten Börsengang in Deutschland seit 16 Jahren nun noch auf 4,6 Milliarden Euro. 2 Milliarden davon flossen im Zuge einer Kapitalerhöhung dabei an Innogy. Ursprünglich hatte RWE bei dem Börsengang der Tochter alles, was möglich war, ausgereizt und die Papiere zu 36 Euro und damit am obersten Ende der Preisspanne auf den Markt gebracht. Am Freitag kostete eine Innogy-Aktien gut 37,50 Euro./enl/das/stb

(AWP)