RWE-Tochter Innogy reizt Börsengang voll aus - Höchstpreis

(Ausführliche Fassung)
06.10.2016 22:16

ESSEN (awp international) - Der Börsengang seiner Ökostromtochter Innogy spült dem angeschlagenen Energiekonzern RWE die erhofften Milliarden in die Kassen. Die Aktien kommen an diesem Freitag zum Maximalpreis von 36 Euro auf den Markt, wie RWE am Donnerstagabend mitteilte. Der Konzern wurde sämtliche angebotenen Aktien los, so dass sich der Bruttoemissionserlös inklusive Mehrzuteilungsoption auf rund fünf Milliarden Euro beläuft. Es ist damit der grösste Börsengang in Deutschland seit dem Chiphersteller Infineon vor mehr als 16 Jahren.

Insgesamt standen bis zu ein Viertel der Innogy-Anteile zum Verkauf. Die Preispanne lag ursprünglich bei 32 bis 36 Euro. Zum Maximalpreis kommt Innogy auf einen Gesamtwert von 20 Milliarden Euro und steigt damit auf einen Schlag zum wertvollsten deutschen Energiekonzern auf. Der Mutterkonzern kam zuletzt auf einen Börsenwert von rund 8,3 Milliarden Euro.

ZUKUNFTSGESCHÄFT GEBÜNDELT

In der Tochter bündelt RWE sein Zukunftsgeschäft mit Ökostrom, Netzen und Vertrieb. Vorstandschef Peter Terium hat den Aktionären hohe Dividenden versprochen. Davon wird vor allem der Mutterkonzern RWE profitieren, der auch nach dem Börsengang noch drei Viertel der Innogy-Anteile behält und auch langfristig die Mehrheit halten möchte.

Für RWE ist die Dividende eine wichtige Einnahmequelle. Der zuletzt mit 28 Milliarden Euro verschuldete Konzern konzentriert sich im operativen Geschäft künftig auf das von der Energiewende schwer gebeutelte Grosskraftwerksgeschäft und den schwankungsanfälligen Energiehandel.

AUFSPALTUNG IST REAKTION AUF ENERGIEWENDE

Der Börsengang bestand aus mehreren Teilen. So gab Innogy 55,55 Millionen neue Aktien im Zuge einer Kapitalerhöhung aus. Der Schritt bescherte dem Unternehmen nun rund zwei Milliarden Euro für Wachstumsinvestitionen. Zudem verkaufte RWE aus seinem Bestand bereits knapp 71 Millionen Aktien.Weitere 12,6 Millionen Aktien brachten die beteiligten Banken noch im Rahmen der Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) an den Anleger, so dass RWE schliesslich rund drei Milliarden Euro beim Börsengang der Tochter erlösen dürfte.

Mit der Aufspaltung reagiert RWE auf die Folgen der Energiewende und folgt damit dem Beispiel der Rivalen Eon . Der war allerdings genau andersherum und hatte seine ungeliebten Altgeschäfte über das neue Unternehmen Uniper an die Börse gebracht./enl/men

(AWP)