Salzgitter erhöht erneut Prognose - Anteil an Aurubis wird reduziert

(Ausführliche Fassung) - Deutschlands zweitgrösster Stahlhersteller Salzgitter baut seinen Anteil am Kupferhersteller Aurubis über die Wandlung einer Umtauschanleihe ab. Da dies zu einem positiven finanziellen Einmaleffekt führt und die Geschäfte gut laufen erhöhte der im MDax notierte Konzern erneut seine Prognose. Beim Gewinn vor Steuern werde jetzt ein Wert zwischen 175 Millionen und 225 Millionen Euro erwartet, teilte das Unternehmen am Dienstag in Salzgitter mit.
24.10.2017 17:45

Die Spanne für die Ergebnisprognose wurde damit um weitere 25 Millionen Euro erhöht. Das Unternehmen hatte erst im Juli die Gewinnprognose um ebenfalls 25 Millionen Euro angehoben. An der Börse kam die Nachricht gut an. Die Aktie stieg wenige Minuten nach Bekanntgabe um bis zu fünf Prozent auf den höchsten Stand seit mehreren Jahren an.

Zuletzt reduzierte sich der Gewinn wieder etwas. Die Aktie stand aber immer noch zwei Prozent im Plus und war damit einer der stärksten Gewinner im MDax. Kräftig nach oben ging es auch für Aurubis-Anteile, die sich um bis zu drei Prozent verteuerten und sich damit weiter von den jüngsten Rückschlägen infolge des Anfang September erreichten Rekordhochs erholten. Händler werteten es positiv, dass nun in puncto Umtauschanleihe Klarheit herrscht.

Salzgitter will bei dem noch ausstehenden Teil einer Umtauschanleihe in Aktien von Aurubis nicht bar, sondern mit Anteilen an dem Hamburger Kupferhersteller zurückzahlen. Nach Tilgung der Anleihe wird die Salzgitter AG voraussichtlich rund 16 Prozent an Aurubis halten. Derzeit sind es noch 25 Prozent. "Die Salzgitter AG bleibt damit Kernaktionär der Aurubis", hiess es.

Der Stahlhersteller hatte im Sommer 2008 erste Anteile an Aurubis erworben und das Aktienpaket in den Jahren danach auf 25 Prozent erhöht und sich damit die sogenannte Sperrminorität gesichert, um wichtige Entscheidungen zu blockieren. Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann leitet zudem den Aurubis-Aufsichtsrat.

Da die Anleihe nicht in bar bezahlt werde, kann Salzgitter die zuletzt dafür gebildeten Verbindlichkeiten ergebniswirksam auflösen. "Dies, in Verbindung mit der unverändert erfreulichen Ergebnissituation insbesondere des Flachstahl- und des Handelssegments, veranlasst uns, die Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2017 erneut anzuheben."/zb/jha/

(AWP)