Salzgitter profitiert von erholten Stahlpreisen und eisernem Sparen

(Ausführliche Fassung) - Die Erholung auf dem Stahlmarkt kommt dem zweitgrössten deutschen Hersteller Salzgitter zugute. Nach verlustreichen Vorjahren hat der Thyssenkrupp-Konkurrent im vergangenen Jahr wieder einen Gewinn erwirtschaftet. Neben besseren Stahlpreisen half dem Unternehmen dabei das eigene Sparprogramm. Für das laufende Jahr sagte der Vorstand am Dienstag eine weitere Entspannung der Lage voraus.
28.02.2017 09:10

"Nach dem unvermeidlichen Fokus auf Restrukturierungs- und Kostensenkungsinitiativen der letzten Jahre legen wir nunmehr einen besonderen Akzent auf Innovation und Wachstum", erklärte Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann bei der Vorstellung der Eckdaten für 2016 in Salzgitter. Die Aussichten erschienen derzeit "so günstig wie seit 2012 nicht mehr". So rechnet der Konzern in den wichtigsten Märkten mit einer Fortsetzung der konjunkturellen Erholung.

STABILISIERUNG DER STAHLPREISE

Im vergangenen Jahr konnte Salzgitter unterm Strich annähernd 57 Millionen Euro verdienen nach einem Verlust in ähnlicher Grössenordnung im Jahr zuvor. In der zweiten Jahreshälfte profitierten insbesondere die Geschäftsbereiche Flachstahl und Handel von einer Stabilisierung der Stahlpreise. Die EU hatte Anfang 2016 Antidumping-Zölle gegen chinesische Stahlimporte eingeführt, nachdem die Chinesen den Markt mit billigem Stahl geflutet hatten.

Jedoch profitieren die europäischen Stahlhersteller nur mit einiger Verzögerung von der Preiserholung, weil in der Branche langfristige Lieferverträge üblich sind. So schrumpfte der Umsatz des Salzgitter-Konzerns im vergangenen Jahr von 8,6 Milliarden auf 7,9 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr erwartet der Vorstand nun einen Sprung auf etwa 9 Milliarden Euro. Das Vorsteuerergebnis soll bei 100 bis 150 Millionen Euro herauskommen nach zuletzt 53 Millionen Euro.

AKTIE GIBT NACH

Die Anleger zeigten sich im vorbörslichen Handel allerdings eher unterkühlt. Die Aktie fiel auf der Handelsplattform Tradegate um 1,5 Prozent gegenüber ihrem Schlusskurs im Xetra-Handel. Das Abschneiden sei wenig überraschend gewesen, erklärte Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank. Vorstandschef Fuhrmann habe bereits zuvor einen Vorsteuergewinn für dieses Jahr in dreistelliger Millionenhöhe angedeutet und entsprechend hoch hätten die Erwartungen gelegen.

Beim deutlich gestiegenen Nettoergebnis kamen dem Konzern überdies steuerliche Verlustvorträge nach den trüben Vorjahren zugute. Zudem warf die Beteiligung am Kupferhersteller Aurubis 19 Millionen Euro vor Steuern ab und war damit abermals ein Stabilitätsanker. Die komplette Bilanz wird Salzgitter am 24. März vorlegen./das/she/fbr

(AWP)