Sanofi belastet von Wechselkursen und Venezuela - Übernahme im Fokus

(Ausführliche Fassung)
29.07.2016 11:22

PARIS (awp international) - Der französische Pharmakonzern Sanofi hat im zweiten Quartal einen Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Die früheren Verkaufsschlager unter den angebotenen Medikamenten sind schon seit längerem zunehmender Nachahmerkonkurrenz ausgesetzt. Neben neuen Medikamenten will Sanofi auch durch Zukäufe das Steuer rumreissen. Das aktuelle Ziel, die US-Firma Medivation, zierte sich lange. Erst vor kurzem lenkte die Firma ein und will auch mit Sanofi verhandeln. Die Sanofi-Aktie notierte im Vormittagshandel knapp zwei Prozent im Minus.

Sanofi-Chef Olivier Brandicourt machte am Freitag bei der Vorlage der Halbjahreszahlen klar, dass Sanofi bereit stehe und die Gespräche mit Medivation schnell voranbringen will. Zugleich betonte er aber auch, dass Sanofi beim Werben um die auf Krebsbehandlung spezialisierte Firma "finanziell diszipliniert" bleiben werde.

Medivation hatte Anfang Juli mitgeteilt, mit mehreren Kaufwilligen vertrauliche Gespräche vereinbart zu haben. Zum Kreis der Gesprächspartner gehören auch die Franzosen, die seit Monaten um die US-Firma buhlen, bislang aber nicht zum Zuge kamen. Ein erhöhtes Angebot von Sanofi lehnten die Amerikaner zuvor noch ab.

Im zweiten Quartal spürte Sanofi vor allem negative Wechselkurseinflüsse und die Situation in Venezuela. Der Umsatz ging im Zeitraum April bis Juni um 4,3 Prozent auf 8,87 Milliarden Euro zurück, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Der um Sonderposten bereinigte Gewinn fiel um 8,7 Prozent auf 1,68 Milliarden Euro. Bei den Kennzahlen trafen die Franzosen mehr oder weniger die Schätzungen der Analysten.

Zusätzlich belastend wirkte auch der neuerliche Rückgang im Diabetesgeschäft, hier verlor das wichtigste Medikament, Lantus, zweistellig beim Erlös. Probleme sind das ausgelaufene Patent und höhere Rabatte für US-Krankenkassen. Auch die Nachahmer-Konkurrenz für den Blutverdünner Plavix in Japan macht sich bemerkbar. Brandicourt sprach von einem "schon herausfordernden" Quartal und bestätigte die Prognose für 2016, wonach der bereinigte Gewinn unter der Annahme von konstanten Wechselkursen im Vergleich zum Vorjahr stabil bleiben soll./stk/jha/fbr

(AWP)