Sanofi für 2017 etwas optimistischer - Hoffnungen ruhen auf Dupixent

(Ausführliche Fassung) - Der Pharmakonzern Sanofi schaut nach einem Umsatz- und Gewinnanstieg im ersten Halbjahr etwas optimistischer in die Zukunft. Dabei setzen die Franzosen ihre Hoffnung vor allem auf das neue Dermatitis-Medikament Dupixent, mit dem sie dem Umsatzrückgang beim Kassenschlager Lantus begegnen wollen. Der sehr starke Anlauf von Dupixent in den USA sei ermutigend, sagte Konzernchef Olivier Brandicourt am Montag. Zum Thema Zukäufe sagte sein Finanzchef Jerome Contamine dem Sender "Bloomberg TV", der Konzern halte weiter Ausschau nach geeigneten Kandidaten.
31.07.2017 09:42

Die Sanofi-Aktie verteuerte sich kurz nach Handelsstart an der Pariser Börse um rund eineinhalb Prozent. Die Analysten des britischen Brokers Liberum sprachen von einem soliden Zahlenwerk, zeigten sich aber von der neuen Prognose nicht überrascht, da die meisten Beobachter bereits entsprechende Erwartungen gehabt hätten.

Sanofi stellt nun in Aussicht, den um Sonderposten bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) im laufenden Jahr weitestgehend stabil zu halten. Noch im Frühjahr hatte das Management vorsichtiger geklungen und einen Gewinnrückgang um bis zu 3 Prozent für möglich erachtet. Ausschlaggebend waren vor allem die Sorgen um das Diabetes-Geschäft in den USA, wo der Konzern mit der Konkurrenz durch Nachahmermittel für seinen Kassenschlager Lantus kämpft. Für das Insulin war der Patentschutz im Jahr 2015 ausgelaufen.

Das Umfeld im Diabetes-Geschäft bleibe hart, sagte Brandicourt in einer Telefonkonferenz. Im ersten Halbjahr war es dem Konzern jedoch gelungen, den Umsatzschwund im Diabetes-Bereich von mehr als neun Prozent durch Zuwächse in anderen Geschäftsbereichen aufzufangen. Schwung brachten vor allem die Biotechnologie-Sparte, das Impf- sowie das Schwellenländer-Geschäft. Konzernweit lagen die Erlöse von Januar bis Juni mit 17,31 Milliarden Euro sogar 8,7 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Der um Sonderposten bereinigte Gewinn stieg um 2,6 Prozent auf knapp 3,5 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen von Analysten. Inklusive aller Extra-Gewinne durch das Tauschgeschäft mit Boehringer Ingelheim sowie positiver und negativer Sondereffekte verdreifachte sich der Gewinn auf 6,74 Milliarden Euro. Die Franzosen hatten ihr Geschäft mit Tiermedizin an Boehringer abgegeben und dafür das Geschäft mit verschreibungsfreien Mitteln der Deutschen erhalten.

Mit Dupixent hofft Sanofi, einen neuen Blockbuster im Markt etablieren zu können. Nach dem Anlauf des Mittels in den USA im März stehen auch die Aussichten für Europa nicht schlecht: Die Beratungsausschuss CHMP hatte das Mittel der Medikamentenaufsicht EMA erst kürzlich zur Zulassung empfohlen. Sanofi erlöste mit dem Mittel im zweiten Jahresviertel 26 Millionen Euro. Beobachter trauen Dupixent bis 2022 aber einen Jahresumsatz von mehr als 4 Milliarden Euro zu. Zum Vergleich: Mit seinem Insulin Lantus setzte der Pharmariese im abgelaufenen Jahresviertel rund 1,2 Milliarden Euro um - dies war allerdings rund ein Fünftel weniger als noch vor einem Jahr./tav/stw/men

(AWP)