Sanofi sieht längere Durststrecke im Diabetes-Geschäft

Die Durstrecke des französischen Pharmakonzerns Sanofi im Diabetes-Geschäft dürfte noch länger anhalten. "Unsere Hoffnung ist es, dass wir im nächsten Zehnjahreszeitraum bei Diabetes und Herzkreislauferkrankungen wieder zu einer Wachstumsplattform zurückfinden", sagte Vorstandsmitglied Stefan Oelrich am Mittwoch in Frankfurt. Dabei sollen Sanofi neue innovative Produkte, aber auch ein Ausbau digitaler Behandlungsformate helfen.
29.11.2017 15:10

Sanofi steht nach dem Patentablauf seines Kassenschlagers Lantus unter Druck. Vor allem in den USA, wo der Preisdruck unter den Herstellern enorm anzieht, verliert das Unternehmen Marktanteile. Der Konzern hatte deshalb bereits zum Halbjahr vor den verschlechterten Bedingungen gewarnt und einen stärkeren Rückgang im Diabetesgeschäft in Aussicht gestellt. Das Diabetes-Geschäft in Europa laufe aber weiter stabil; und in den Schwellenländern entwickele es sich insbesondere durch das Zugpferd China sehr positiv, sagte Oelrich.

In den USA springt Sanofi nun auf den anfahrenden Zug der Digitalisierung in der Pharmabranche auf: Anfang des neuen Jahres geht der Konzern auf dem US-Markt mit einer "virtuellen Diabetesklinik" an den Start, die aus einer Kooperation mit dem zum Google-Konzern gehörenden Unternehmen Verily hervorgegangen ist. Als Partner für das Pilotprogramm wurden drei private Krankenkassen gefunden. Ein solches Modell sei auch in Deutschland denkbar, so Oelrich. "Zunächst haben wir hier aber das Thema des Datenschutzes zu klären".

Oelrich bestätigte weiterhin Medienberichte, wonach am Sanofi-Standort im Frankfurter Industriepark Höchst derzeit die Gespräche über einen Sozialplan laufen. "Noch fehlt die Unterschrift". Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") hatte in der vergangenen Woche berichtet, dass der im Frühjahr angekündigte Stellenabbau in Höchst ohne betriebsbedingte Kündigungen vonstatten geht. Laut dem Blatt will sich die deutsche Tochtergesellschaft von Sanofi bis Ende des Jahres 2020 von 150 Stammkräften trennen und 250 befristete Verträge auslaufen lassen./tav/men/das

(AWP)