Santander trotzt Brexit und Niedrigzins - Starkes Südamerika-Geschäft

(Ausführliche Fassung) - Die spanische Grossbank Santander hat 2016 trotz der Brexit-Folgen und der niedrigen Zinsen mehr verdient. Der Überschuss sei um vier Prozent auf 6,2 Milliarden Euro gestiegen, teilte die Bank am Mittwoch in Madrid mit. Experten hatten mit einem stagnierenden oder leicht sinkenden Gewinn gerechnet. Probleme bereitete das Brexit-Votum in Grossbritannien, wo die Bank stark engagiert ist. Dort sank der Gewinn vor allem wegen der Pfund-Schwäche um knapp 15 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Blendend lief es dagegen Südamerika. Der Kurs der Aktien legte kräftig zu.
25.01.2017 11:52

In Südamerika zog das Ergebnis deutlich an. Und auch in Spanien verdiente die Bank wieder mehr. Verwaltungsratschefin Ana Botin sieht nach dem schwierigen Jahr 2016 wieder bessere Zeiten für die Branche und ihr Haus im speziellen heraufziehen. "Wir haben eine Menge an Möglichkeiten für profitables Wachstum in Amerika und Europa", sagte sie laut Mitteilung. Zudem dürfte das Umfeld alles in allem im laufenden Jahr besser werden.

Mit den besser als erwartet ausgefallenen Zahlen und dem Ausblick konnte die im EuroStoxx 50 notierte Aktie weiter anziehen. Santander-Aktien gewannen gegen Mittag mehr als drei Prozent. Analyst Jose Abad von der US-Grossbank Goldman Sachs sprach von "sehr guten" Resultaten. Insbesondere in Spanien und Brasilien sei es rund gelaufen.

Mit einem Plus von knapp 30 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten gehören die Santander-Papiere ohnehin zu den grössten Gewinnern unter den europäischen Grossbanken. Mit einem Börsenwert von 75 Milliarden Euro gehört sie zu den wertvollsten Instituten in Europa. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank kommt gerade mal auf 25 Milliarden./zb/jha/men/stb

(AWP)