Santhera im Halbjahr mit geringerem Verlust - Barmittel gestiegen

(Ausführliche Fassung nach MK, Angaben zum Bargeldbestand angepasst) - Das Spezialitätenpharma-Unternehmen Santhera hat im ersten Halbjahr 2019 dank steigender Verkaufszahlen für Raxone den Umsatz gesteigert. Unter dem Strich resultierte ein geringerer Verlust als im Vorjahr. Zugenommen hat der Barmittelbestand unter anderem dank einer Lizenzvereinbarung für Raxone.
03.09.2019 12:31

Per Mitte 2019 verfügte Santhera über liquide Mittel in der Höhe von 21,7 Millionen Franken. Dank einer ersten Zahlung der Chiesi Group stieg der Betrag per Ende August auf 43,7 Millionen Franken an. Die Italiener haben die Lizenz an dem Mittel Raxone letzten Monat erworben - mit Ausnahme von Frankreich.

Mit diesen Mitteln kann Santhera sein klinisches Studienprogramm wie geplant fortsetzen und Zulassungsanträge einreichen, sagte CEO Thomas Meier am Dienstag an einer Medienveranstaltung.

Raxone-Umsätze werden ganz wegfallen

Von Januar bis Juni setzte Santhera mit Raxone 18,3 Millionen Franken um, 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Da gleichzeitig der Geschäftsaufwand um 4,2 Prozent auf 38,2 Millionen abnahm, verringerte sich der operative Verlust auf 22,4 Millionen (VJ 26,3 Mio) und der Reinverlust auf 26,9 Millionen Franken (27,4 Mio).

Basierend auf dem Leistungsausweis des ersten Halbjahrs 2019 rechnet Meier im Gesamtjahr mit einem Raxone-Umsatz im Bereich von 25 bis 27 Millionen Franken. "Ohne den Verkauf von Raxone hätten wir das früher anvisierte Ziel für 2019 eines Umsatzes zwischen 35 und 37 Millionen komfortabel erreicht", ergänzte er.

Im Verlaufe 2020 dürfte Chiesi dann aber auch das Geschäft in Frankreich übernehmen. Dort generiere Raxone monatlich einen Umsatz zwischen 1,1 und 1,5 Millionen Franken, ergänzte Meier. Nach dem Wegfall dieser Verkäufe erwartet Meier für 2020 nur noch einen Umsatz im tiefen einstelligen Millionenbereich. Diese würden vom Medikament Puldysa stammen, dessen Markteinführung in Europa für das dritte Quartal erwartet werde.

Gentherapie mögliches Wachstumsfeld

Mit dem Verkauf von Roxane steigt Santhera aus dem Geschäft mit seltenen Augenkrankheiten aus, wo es gemäss Meier keine Wachstumschancen mehr für Santhera gab. Das Unternehmen fokussiert sich nun auf die beiden Bereiche Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) und Atemwegserkrankungen.

Zurzeit würden auch Überlegungen angestellt, ob man sich mittelfristig auch in Richtung Gentherapie zur Behandlung kongenitalen Muskeldystrophien (CMD) positionieren möchte, ergänzte Meier.

Die Neuaufstellung des Unternehmens sei eine gute Gelegenheit für ihn nach vier nicht einfachen Jahren persönlich einen Neuanfang zu wagen, ergänzte CFO Christoph Rentsch. Dieser verlässt Santhera bekanntlich per Ende Jahr. Er bleibe der Pharmabranche aber erhalten.

sig/ra

(AWP)