Santhera treibt eigene Wertsteigerung voran - Sieht sich gut finanziert

(Zusammenfassung) - Für das Spezialitätenpharma-Unternehmen Santhera verspricht 2017 ein spannendes Jahr zu werden. Nicht nur, dass das Unternehmen sich mit seinem Mittel Raxone in der Indikation Leberscher Hereditärer Optikus-Neuropathie (LHON) weiter etablieren will, sondern auch in der Indikation Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) könnte das Mittel noch in diesem Jahr auf den ersten Märkten Europas erhältlich sein. Darüber hinaus können weitere Studien finanziert werden, um auch künftig die Pipeline zu sichern. Das ist in etwa die Marschrichtung des Managements.
07.03.2017 14:28

Für all diese Pläne sei man finanziell gut aufgestellt, erklärt der Santhera-CEO Thomas Meier am Rande der Medienkonferenz am Dienstag im Gespräch mit AWP. Konkret zielt der Manager damit auf die Wandelanleihe über 60 Mio CHF ab, die Santhera Mitte Februar erfolgreich platziert hat. "An sich brauchen wir die Mittel jetzt noch nicht", schränkt der Manager ein. "Wegen der politischen Unsicherheiten in den USA und Europa und deren möglichen Einfluss auf die Kapitalmärkte, haben wir uns aber entschieden, diese Finanzierung bereits jetzt durchzuführen."

AUSREICHEND MITTEL BIS ZUM ERREICHEN DER PROFITABILITÄT

Zusammen mit den Einnahmen aus der Wandelanleihe verfüge man nun über liquide Mittel in Höhe von etwas mehr als 100 Mio CHF. "Mit dem Geld sind wir bis zur Erreichung der Profitabilität gut ausgestattet," ergänzt Meier. Diese dürfte Santhera erreichen, sobald Raxone auch in der zweiten Indikation, also zur Behandlung von DMD zugelassen ist. Der entsprechende Antrag liegt derzeit bei der europäischen sowie der Schweizer Zulassungsbehörde.

Für die EU geht Meier noch in diesem Jahr, voraussichtlich sogar im ersten Halbjahr, von einem positiven Entscheid aus. Die Schweizer Behörden dürften etwas länger brauchen. "Haben wir die Zulassung erhalten, können wir schon einen Monat später mit der Lancierung anfangen", kündigt der Manager an.

US-ZULASSUNG ETWAS KOMPLIZIERTER

Dabei geht es in diesem Zulassungsgesuch zunächst um DMD-Patienten, die nicht zeitgleich mit Glucocorticoiden behandelt werden. Für DMD-Patienten, die zeitgleich damit behandelt werden, wird Raxone derzeit im Rahmen der Phase-III-SIDEROS-Studie in USA und Europa getestet. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass das Marktpotenzial in der DMD-Indikation deutlich höher ist als in der LHON-Behandlung.

In den USA ist die Situation in der Indiktion DMD etwas komplizierter. Meier hofft, in den kommenden Monaten mit der Zulassungsbehörde FDA erneut Gespräche zu führen, ob eine vorläufige Zulassung zur Behandlung von DMD-Patienten möglich ist, die nicht mit Glucocorticoiden behandelt werden. Die US-Behörde hatte im vergangenen Sommer einen solchen Antrag mehr oder weniger zurückgestellt und erklärt, Santhera könne die Zulassung für Raxone zur Behandlung von allen DMD-Patienten - unabhängig vom Status der Glucocorticoid Behandlung - erhalten, sollte die laufende Phase-III-Studie auch positiv ausfallen.

MEHRWERT FÜR AKTIONÄRE SCHAFFEN

Wie Meier in dem Gespräch mit AWP aber auch betont, ist schnelle Profitabilität nicht seine oberste Priorität. "Unser Ziel ist es, mit unseren Plänen und unserer Strategie, einen Mehrwert für unsere Aktionäre zu schaffen". Auf die Frage, ob sein Unternehmen mit dieser Strategie nicht mögliche Interessenten anlockt, betont Meier, dass im Markt derzeit jeder nach jedem schaut.

Nachdem Santhera bereits Ende Januar über die Umsatzentwicklung berichtet hatte, stand an diesem Dienstag nur noch die Gewinnentwicklung aus. Hier weist Santhera für 2016 einen Verlust von 35,4 Mio CHF aus. Massgeblich dazu beigetragen haben höhere Kosten, die in der Forschung und Entwicklung sowie im Vertrieb entstanden sind.

UMSATZPROGNOSE MIT EINSCHRÄNKUNG

Für das laufende Jahr bestätigt Meier frühere Aussagen, wonach er mit einem Raxone-Umsatz zwischen 21 bis 23 Mio CHF rechnet - allerdings nur in der Indikation LHON. Kommt es zur Zulassung für die DMD-Behandlung, könnte sich diese Prognose als konservativ erweisen. Operativ werde 2017 weiter im Zeichen der Internationalisierung stehen, ergänzt Meier.

An der Börse werden die Aussagen und Zahlen freundlich aufgenommen. Gegen 13.40 gewinnen die Titel 1,7% auf 75,35 CHF. Der Gesamtmarkt tritt zeitgleich auf der Stelle, wie der SPI mit -0,02% zeigt.

hr/rw

(AWP)