SBB lagert medizinische Dienstleistungen an Helsana aus

(Mit Stellungnahme SEV in den beiden letzten Abschnitten ergänzt)
19.12.2016 16:05

Bern (awp/sda) - Die SBB lagert die operativen Aufgaben des MedicalService per 1. Juli nächsten Jahres an die Helsana aus. Der Kranken- und Unfallversicherer hat im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung den Zuschlag erhalten.

Die Helsana wird damit medizinische Leistungen wie beispielsweise Erstuntersuchungen oder periodische Untersuchungen von Mitarbeitenden der SBB übernehmen, wie die Bahn am Montag mitteilte.

Mit der Auslagerung wechseln rund vierzig Mitarbeitende des MedicalService von der SBB zur Helsana. Neben sämtlichen Mitarbeitenden übernehme die Helsana die laufenden Verträge mit Drittkunden und Partnern sowie das Inventar des MedicalService.

Die SBB wird in den nächsten Wochen den Vertrag mit der Helsana unterschreiben sowie gemeinsam mit ihr die Transitionsphase konkretisieren. Die Sozialpartner seien einbezogen worden, heisst es.

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) erachtet die Auslagerung des ärztlichen Dienstes als Fehler. Die SBB weise darauf hin, dass sie die Sozialpartner einbezogen habe. Sie vergesse jedoch zu erwähnen, dass sich diese seit einem Jahr gegen die heute präsentierte Lösung stellten, heisst es in einer SEV-Mitteilung.

Die Auslagerung führe zu einem Kompetenzverlust, da die Eigenheiten der Berufe in der Eisenbahnbranche ein spezifisches Know-how voraussetzten. Die Auslagerung gehe "in Richtung einer Enthumanisierung des ärztlichen Dienstes". Die Sozialpartner hätten verlangt, die Möglichkeit der Gründung einer Tochterfirma zu prüfen, sofern sich die SBB nicht von der Auslagerung abbringen liesse. Diese Variante sei nicht objektiv geprüft worden.

(AWP)