SBPV prangert fehlenden Mitarbeiter-Einbezug bei SIX-Abbau an

Der Schweizerische Bankpersonalverband prangert das Vorgehen der Finanzinfrastrukturbetreiberin SIX beim angekündigten Stellenabbau an. Im Gegensatz zu den von SIX an die Medien herausgegebenen Informationen sei keine gewählte Personalvertretung in den Prozess einbezogen worden.
23.11.2017 11:15

Diese Haltung schwäche die Position der Mitarbeitenden, weil sie im Alleingang den Prozess kaum beeinflussen könnten, teilte der Schweizerische Bankpersonalverband (SBPV) am Donnerstag mit. Die Mitarbeitenden müssten Gelegenheit haben, sich zu organisieren und Vertreter zu wählen, die in ihrem Namen einen Sozialplan aushandelten.

Die SIX hatte am Montag bekannt gegeben, bis zu 100 Stellen in ihrer Bezahlsparte abbauen zu wollen. Im Zuge der Übernahme des Kreditkartengeschäfts von der Aduno Gruppe wolle sie die Standorte an ihrem Hauptsitz am Zürcher Hardturm zusammenziehen und die Niederlassungen in Bedano TI und in Oerlikon ZH schliessen.

Das gesetzlich vorgeschriebene Konsultationsverfahren mit den Personalvertretungen sei eingeleitet worden, um eine mögliche Alternative zum geplanten Stellenabbau zu finden, schrieb die SIX in ihrer Mitteilung.

Der Bankpersonalverband glaubt, dass die aktuelle Restrukturierung als Präzedenzfall dienen wird. In Tat und Wahrheit sei sie nämlich nur die Speerspitze von weiteren geplanten Verkäufen und Reorganisationen, die allesamt das Personal betreffen würden, schreibt der Verband.

Der SBPV führt deshalb Informationsveranstaltungen für die Mitarbeitenden in den drei Sprachregionen durch. Zudem würden im Tessin auf politischer Ebene Gespräche geführt mit dem Ziel, die Schliessung in Bedano zu verhindern.

(AWP)