Schaeffler mit starkem dritten Quartal wieder auf Kurs

(Ausführliche Fassung) - Beim Zulieferer Schaeffler hellt sich die Lage nach den Schwierigkeiten im Frühjahr wieder auf. Im dritten Quartal konnten die Mittelfranken ihr Wachstumstempo vor allem dank der Nachfrage im Grossraum China kräftig steigern. Um Währungseffekte bereinigt betrug das Umsatzplus konzernweit 7,4 Prozent, wie der MDax -Konzern am Mittwoch in Herzogenaurach mitteilte. "Nach dem schwierigen zweiten Quartal hat sich unser Geschäft und die Ergebnislage im dritten Quartal deutlich stabilisiert", sagte Vorstandschef Klaus Rosenfeld.
08.11.2017 11:05

Für die nach der Gewinnwarnung Ende Juni geschockten Anleger war der Zwischenbericht ein gutes Zeichen. Analyst Jose Asumendi von der US-Grossbank JPMorgan bezeichnete das Quartal als "stark". Der Konzern habe mit dem operativen Ergebnis die höchsten Schätzungen übertroffen.

Der Aktienkurs kletterte am Vormittag in der Spitzengruppe im MDax um mehr als 5 Prozent. Damit liegt das Papier wieder auf dem Niveau vom Anfang des Jahres, während der MDax rund ein Fünftel zugelegt hat.

Die um Sondereffekte bereinigte Umsatzrendite des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern lag im dritten Quartal wieder über 12 Prozent. Im zweiten Quartal war sie wegen des Preisdrucks in der Automobilindustrie unter 10 Prozent gerutscht. Die Margenprognose für 2017 hatte das Unternehmen auf einen Zielkorridor von 11 bis 12 Prozent gesenkt.

Rosenfeld hatte zugegeben, dass das Management nicht schnell genug auf den Preisdruck und höhere Entwicklungsausgaben mit Kostensenkungen reagieren konnte. Im dritten Quartal hätten nun temporäre Ergebnisbelastungen aus dem Frühjahr teilweise wieder aufgeholt werden können, hiess es. Im Autogeschäft ging das operative Ergebnis aber weiter um knapp 5 Prozent zurück, weil Schaeffler deutlich mehr Geld in Forschung und Entwicklung steckte.

Den Rückgang in der grössten Sparte konnte auch die deutlich bessere Entwicklung im kleineren Industriegeschäft nicht ganz ausgleichen, konzernweit lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern mit 416 Millionen Euro knapp unter dem Vorjahreswert.

Sowohl in der Autozuliefersparte als auch mit Kunden aus der Industrie machte Schaeffler aber deutlich mehr Umsatz. Vor allem starke Nachfrage in Asien und insbesondere China verlieh den Mittelfranken Schub.

Insgesamt kletterte der Umsatz im dritten Quartal um 5,2 Prozent auf 3,43 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand ein kräftiger Anstieg des auf die Aktionäre entfallenden Gewinns von fast 72 Prozent auf 306 Millionen Euro. Das lag vor allem an der geringeren Schuldenlast, auf die Schaeffler nun weniger Zinsen zahlen muss.

Nach neun Monaten steht währungsbereinigt ein Umsatzplus von 5 Prozent zu Buche, auf Jahressicht peilt Schaeffler weiter ein Wachstum von 4 bis 5 Prozent an. "Wir gehen davon aus, dass wir so unsere im Juni angepassten Ziele für das Jahr 2017 sicher erreichen", sagte Rosenfeld.

Unterdessen investiert Schaeffler rund 180 Millionen Euro in den Bau eines Montage- und Verpackungszentrums im sachsen-anhaltinischen Halle. Dort sollen 900 neuen Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Mitarbeiter sollen dann Ersatzteile zusammenstellen und verpacken. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2019 geplant. Das Ersatzteilgeschäft weisen die Mittelfranken ab dem kommenden Geschäftsjahr ohnehin als eigene Sparte aus./men/she/stk

(AWP)