Schaffner erwirtschaftet 2015/16 erneut weniger Umsatz - Ergebnis knapp positiv

(Ausführliche Fassung, operative Marge präzisiert: Angaben betreffen EBIT, nicht EBITA)
06.12.2016 08:08

Luterbach (awp) - Der Komponentenhersteller Schaffner hat im Geschäftsjahr 2015/16 (per 30.9.) zum zweiten Mal in Folge einen Umsatzrückgang erlitten. Das Ergebnis war von Restrukturierungskosten für die schwächelnde Division Power Magnetics belastet und fiel nur knapp positiv aus, deshalb wird auch auf eine Dividende verzichtet. Das Unternehmen sieht nun das Gröbste überstanden, zeigt sich im Ausblick aber dennoch vorsichtig.

Der Umsatz reduzierte sich um 8% auf 185,6 Mio CHF, entsprechend einem Minus von 8,5% in Lokalwährungen. Die im August angekündigte Marke von 180 Mio wurde damit erreicht. Das Jahr sei eines der Gegensätze und geprägt vom Wandel und der Konsolidierung gewesen, teilt das Unternehmen am Dienstag mit. Der Umsatzrückgang sei insbesondere auf die Marktschwäche in der Division Power Magnetics zurückzuführen, was auch die Bruttomarge belastet habe.

UMSATZEINBRUCH UND RESTRUKTURIERUNGEN BEI POWER MAGNETICS

In dieser Division brach der Umsatz um knapp 29% auf 45,4 Mio CHF ein, woraus ein negatives Segmentergebnis von 9,2 Mio resultierte. Positiv habe sich im Berichtsjahr vor allem die Nachfrage aus der chinesischen Windturbinenindustrie entwickelt, wogegen alle anderen Regionen unter einer schwachen Nachfrage aus den Sektoren Antriebstechnik, Fotovoltaik und Bahntechnik gelitten hätten.

Bereits im vergangenen März sah sich das Unternehmen aufgrund des konjunkturellen Gegenwinds zur Einleitung von Massnahmen gezwungen, deren Kosten im Gesamtjahr nun mit 4,6 Mio CHF beziffert werden. Die Massnahmen umfassten Produktionsverlagerungen, die nachhaltige Senkung der Materialkosten sowie die Verschlankung der Fixkostenstrukturen. Damit wird eine operative Ergebnisverbesserung von 5 Mio CHF angestrebt.

Die grösste Division EMC (elektromagnetische Verträglichkeit) verzeichnete ein Umsatzminus von 1,6% auf 93,8 Mio. Dies wird mit einer tieferen Nachfrage aus der Fotovoltaik insbesondere in Japan sowie einem anhaltenden Kostendruck seitens der europäischen Kunden begründet. Trotz des Umsatzrückgangs sei aber die "international führende Position" gestärkt worden. Das Segmentsergebnis schwächte sich um gut 2% auf 8,9 Mio leicht ab und beinhaltet laut Schaffner "namhafte Aufwände" für den Ausbau des Quality Power-Geschäfts. Dieses erreichte mit einem Plus von 34% erneut ein markantes Wachstum.

In der Division Automotive legten die Verkäufe um 8,3% auf 46,4 Mio CHF zu. Das Ergebnis der Division schnellte um rund 80% auf 11,3 Mio empor, was zu einer um knapp 10 Prozentpunkte verbesserten Marge von 24,5% führte. Die Nachfrage nach Antennen für schlüssellose Zugangssysteme sei weiterhin hoch gewesen, heisst es dazu. Man habe sich zudem international als Partner der Automobilindustrie eine starke Stellung erarbeitet.

REINERGEBNIS KNAPP POSITIV

Auf Konzernebene ging der operative Gewinn auf Stufe EBIT um über 80% auf noch 1,6 Mio CHF zurück, vor allem wegen des tieferen Umsatzes in der Division Power Magnetics sowie den erwähnten Restrukturierungskosten. Die EBIT-Marge fiel gleichzeitig um 460 Basispunkte auf 0,8% zurück.

Das Reinergebnis fiel mit 0,4 Mio CHF knapp positiv aus, dies nach einem Gewinn von 7,7 Mio im Vorjahr. Auf die Ausschüttung einer Dividende soll verzichtet werden. Die Vorjahreszahlen wurden wegen der Umstellung der Berichterstattung auf Swiss GAAP FER angepasst. Im vergangenen August hatte Schaffner diesen Schritt rückwirkend per 1. Oktober 2015 angekündigt. Im Zuge der Umstellung wurden Goodwill und immaterielle Vermögenswerte mit dem Eigenkapital verrechnet sowie Pensionsverpflichtungen neu bewertet.

ZURÜCKHALTENDER AUSBLICK

Schaffner geht davon aus, dass die Talsohle durchschritten ist. Gleichwohl zeigt sich das Unternehmen im Ausblick zurückhaltend. Die Entwicklung in den zentralen Absatzmärkten, die geopolitische Lage und die Situation auf den Devisenmärkten blieben anspruchsvoll, heisst es. Mittelfristig werde am organischen Wachstumsziel von über 5% jährlich für den Umsatz und einem EBIT-Margenziel von 8% festgehalten.

Zuvor hiess es mit Blick auf das mittelfristige Margenziel allerdings, dass die operative Marge auf Stufe EBITA "regelmässig über 8%" liegen soll, die Vergleichszahl wurde also geändert.

Keine Angaben macht das Unternehmen zum Stand der Suche nach einem neuen CEO. Seit dem Abgang von CEO Alexander Hagemann im vergangenen Juli wird das Unternehmen interimistisch vom Finanzchef Kurt Ledermann geführt.

cf/tp

(AWP)