Schindler-Aktien wegen enttäuschendem Ausblick markant tiefer

Bern (awp) - Die Schindler-Papiere notieren im frühen Handel deutlich im Minus. Die Halbjahreszahlen sind zwar in etwa im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Allerdings krebst der Hersteller von Aufzügen und Rolltreppen bei seiner Umsatzprognose für das Gesamtjahr leicht zurück und nennt ein überraschend tiefes Gewinnziel. Analysten sprechen daher von Gewinnmitnahmen.
16.08.2016 10:03

Um 9.45 Uhr büssen die Partizipationsscheine von Schindler bei überdurchschnittlichen Volumina 3,8% auf 188,40 CHF ein. Am Vortag war im Handelsverlauf bei 197,50 CHF ein Rekordhoch erreicht worden. Der SPI notiert gleichzeitig 0,7% im Minus.

In ersten Kommentaren wird die Geschäftsentwicklung der ersten sechs Monate als solide bis gut bezeichnet. Das Umsatzwachstum sei mehr oder weniger im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, und der Auftragseingang habe trotz der Marktschwäche in China gesteigert werden können. "Schindler konnte in China dank der guten Akzeptanz der Produkte in allen Segmenten zulegen, was die Zahl der verkauften Einheiten betrifft", lobt der Analyst von Baader Helvea. Bei der UBS wird in diesem Zusammenhang auf die im Vergleich zu Konkurrenten sehr solide Auftragslage verwiesen.

Dass EBIT und Konzerngewinn hinter den jeweiligen Konsensschätzungen zurückliegen, begründen die Experten zum Teil mit höher als erwartet ausgefallenen Restrukturierungskosten. Solche fielen allerdings jedes Jahr an, merkt der Analyst der ZKB kritisch an. Darüber hinaus sei das Finanzergebnis "deutlich tiefer" ausgefallen als erwartet, schreibt er weiter. Der Fachmann von Vontobel sieht die Margenentwicklung aber auch als eine Folge des Preisdrucks und des schwachen Marktumfelds in China und Lateinamerika.

Für Gesprächsstoff sorgt darüber hinaus die Reduktion der firmeneigenen Jahresprognose für den Umsatz (3-5% statt 3-7% in LW). Zudem sorgt die Gewinnprognose (750-800 Mio CHF) für Stirnrunzeln. Die meisten Experten gingen bislang von einem Jahresgewinn deutlich über der 800-Mio-Marke aus.

Die diesjährigen Gewinnschätzungen müssten nun überarbeitet werden, heisst es daher fast überall. Wegen dieser negative Überraschung komme es nun zu Gewinnmitnahmen, wird betont. UBS, Vontobel und ZKB halten gleichwohl an ihren "Neutral"-, "Hold"- und "Marktgewichten"-Einstufungen fest, während Baader Helvea und Kepler Cheuvreux sogar nach wie vor ein "Buy" empfehlen.

rw/uh

(AWP)