Geldregen für Aktionäre - Schindler erhöht die Dividende

Der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler hat mehr Aufträge an Land gezogen und den Umsatz sowie den Gewinn gesteigert. Die Aktionäre sollen eine höhere Dividende und eine Sonderdividende erhalten.
15.02.2017 08:10
Schindler-Turm am Hauptsitz in Ebikon LU.
Schindler-Turm am Hauptsitz in Ebikon LU.
Bild: ZVG

Im laufenden Jahr peilt das Management ein Wachstum im Rahmen des Vorjahres an. Der Innerschweizer Konzern zeigt sich mit dem Jahr 2016 zufrieden: Die eingeschlagene Wachstumsstrategie zahle sich aus, heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch. Bei diversen Kennzahlen seien Rekordwerte erreicht worden.

Das gilt insbesondere für den Auftragseingang, der um 4,1% auf 10,37 Mrd CHF zunahm (+4,6% in Lokalwährungen). Das Umfeld sei "anspruchsvoll" gewesen heisst es dazu. So habe sich insbesondere in China die Nachfrage nach neuen Anlagen weiter abgeschwächt. Und gegen Jahresende sei der Absatz in Indien durch die Einführung der Bargeldreform sowie neue Vorschriften auf dem Immobilienmarkt "deutlich" belastet worden.

Gewachsen ist das Neuanlagengeschäft hingegen in den meisten europäischen Ländern, den USA und im restlichen Asien. In Brasilien gebe es erste Anzeichen, dass der Tiefpunkt der Rezession erreicht sei, schreibt das Unternehmen weiter. Alles in allem sei 2016 die Gesamtnachfrage nach Neuanlagen rückläufig gewesen, Schindler habe somit die Marktstellung gefestigt.

Angepeiltes Umsatzplus erreicht

Der Umsatz stieg derweil um 3,1% auf 9,68 Mrd CHF. In Lokalwährungen (LW) betrug das Plus 3,6%. Damit wuchs Schindler im Rahmen der eigenen Zielsetzung, die eine Zunahme um 3% bis 5% (in LW) vorsah. Den grössten Wachstumsbeitrag habe die Region Europa geleistet, gefolgt von Amerika und Asien-Pazifik.

Beim Betriebsergebnis auf Stufe EBIT verbesserte sich der Innerschweizer Konzern um 13% auf 1,13 Mrd CHF, was einer EBIT-Marge von 11,7% entspricht (VJ 10,7%). Der Reingewinn stieg um 10% auf 823 Mio CHF und kam damit am oberen Ende der eigenen Zielsetzung von 780 bis 830 Mio CHF zu liegen.

Von diversen Sonderfaktoren abhängig

Die Gewinnzahlen sind allerdings wegen diverser Sondereffekte nur bedingt mit dem Vorjahr vergleichbar. Insbesondere profitierte Schindler 2016 von einem Gewinn aus dem Verkauf des Japan-Geschäfts sowie einem Aufwertungsgewinn aus der Beteiligung am IT-Distributor Also. Ausserdem fielen 2015 und 2016 Restrukturierungskosten in unterschiedlicher Höhe an. Bereinigt um Sondereffekte hätte ein nur 7,7% höherer EBIT von 1,11 Mrd CHF, eine EBIT-Marge von 11,5% (VJ 11,0%) sowie ein 2,5% höherer Konzerngewinn von 766 Mio CHF resultiert, schreibt das Unternehmen.

Somit habe sich der Konzern auch in dieser Sichtweise operativ verbessert, betont das Management. Begründet wird dies mit Skaleneffekten sowie Effizienz- und Kostenoptimierungen.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Schindler beim Auftragseingang und Reingewinn im Rahmen der Schätzungen der Experten abgeschnitten, beim EBIT klar darüber und beim Umsatz leicht darunter.

Die Zahlen für das vierte Quartal zeigen ähnliche Entwicklungen wie die Jahreszahlen. So nahm der Umsatz um 1,5% auf 2,63 Mrd CHF zu (+3,7% in LW) und der Auftragseingang um 3,6% auf 2,70 Mrd CHF (+6,4% in LW). Der (bereinigte) EBIT stieg um 5,1% auf 311 Mio CHF, was eine Marge von 11,8% nach 11,4% ergibt. Unter dem Strich steht ein 6,2% höherer (bereinigter) Gewinn von 206 Mio CHF.

Sonderdividende wegen Also

Der Generalversammlung vom 16. März wird nun eine ordentliche Dividende von 3,00 CHF je Namenaktie und Partizipationsschein vorgeschlagen. Zusätzlich soll eine ausserordentliche Dividende von 2,00 CHF ausbezahlt werden, was mit dem Verkauf der Beteiligung an Also begründet wird. Im Vorjahr war eine Dividende von 2,70 CHF pro Valor ausgeschüttet worden.

Seit dem Unterschreiten der Schwelle von 10% werde die Beteiligung an Also als "zur Veräusserung verfügbare Finanzanlage" geführt, heisst es dazu. Daher werde sie nun zum Marktwert bewertet.

Für das laufende Jahr 2017 peilt das Schindler-Management eine Umsatzsteigerung von 3% bis 5% in Lokalwährungen an - und damit ein Wachstum im Rahmen des Vorjahres. Eine Prognose für den Konzerngewinn will der Konzern erst in einem halben Jahr bekannt gegeben.

(AWP)