Schindler-Papiere dank Ausschüttung einer Sonderdividende gesucht

Die Valoren von Schindler sind am Mittwoch nach Jahreszahlen mit deutlich höheren Notierungen in den regulären Handel gestartet. Der am Morgen früh veröffentlichte Zahlenkranz des Luzerner Liftherstellers bewegte sich mehr oder weniger im Rahmen der Analystenerwartungen. Was den Aktienkurs am Berichtstag treibt, ist vor allem die angekündigte Sonderdividende.
15.02.2017 09:38

Die Partizipationsscheine von Schindler stehen um 09.30 Uhr 1,1% höher bei 190,80 CHF, dies in einem leicht festeren Gesamtmarkt (SPI +0,30%). Im bisherigen Tageshoch waren die Titel bis auf 192,60 CHF vorgestossen.

Die am frühen Morgen von Schindler ausgewiesenen Kennzahlen sind mehr oder im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, so der Tenor der Analysten. Als kleiner Makel könnte eine kleine Wachstumsschwäche beim Umsatz im Schlussquartal 2016 herausgestrichen werden. Dafür aber sei die Marge dank Effizienz- und Kostenfortschritten leicht besser als erwartet ausgefallen, ist bei vielen Experten zu lesen.

Im Vorfeld der Ergebnispublikation hatten eher zurückhaltende Aussagen des Mitbewerbers Kone zum Marktausblick für gewisse Ängste rund um den Schindler-Abschluss gesorgt. Schindler habe nun aber sehr solide Ergebnisse und einen recht zuversichtlichen Ausblick abgeliefert, urteilt UBS-Analyst Fabian Haecki. Die Anleger könnten daher "erleichtert seufzen".

Sehr positiv aufgenommen wird die rekordhohe Ausschüttung von 70,5% des Gewinns. Denn Schindler schüttet neben einer ordentlichen Dividende von 3 CHF zusätzlich eine ausserordentliche Dividende von 2 CHF je Anteil aus. Letztere wird mit dem Verkauf der Beteiligung an Also begründet. "Das ist eine positive Überraschung", so Analyst Christian Obst von Helvea Baader. Dies nota bene vor dem Hintergrund eines um fast 14% gesunkenen operativen Cashflows.

Mit Blick nach vorne stellt Obst allerdings einige Fragezeichen zur Profitabilität in der kurzen Frist. So hätten die beiden Mitbewerber Kone und Otis in ihren jüngsten Stellungnahmen das herausfordernde Preisumfeld herausgestrichen. Beide Unternehmen erwarteten, im profitableren Dienstleistungsmarkt zu wachsen, was Analyst Obst als Anzeichen dafür sieht, dass der Wettbewerb in diesem Bereich steigt.

Auch Schindler will vor allem im Bereich Dienstleistungen wachsen: Das Unternehmen stellt für das laufende Jahr ein Umsatzwachstum von 3-5% in Lokalwährungen in Aussicht, der globale Neuinstallationsmarkt werde im laufenden Jahr aber stagnieren. Das bedeute, so Obst, dass Schindler das Wachstum durch Marktanteilsgewinne im Neubau erreichen muss oder im härter umkämpften Dienstleistungsgeschäft.

ra/cf

(AWP)