Schindler steigert Umsatz und Gewinn nach neun Monaten - Gewinnziel erhöht

(Mit weiteren Angaben ergänzt)
25.10.2016 08:05

Ebikon (awp) - Der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler hat sich in den ersten neun Monaten 2016 bei allen wichtigen Kennzahlen gesteigert. Für einmal kamen die Wachstumsimpulse aus Amerika und Europa statt China. Im Gesamtjahr rechnet das Management nun wegen Sondereffekten mit einem höherem Gewinn als bisher.

Das Schindler-Management bezeichnet das Marktumfeld als "zunehmend anspruchsvoll". Vor allem im wichtigen Markt China habe sich der Preisdruck verschärft, und die Nachfrage nach neuen Liften und Rolltreppen sei generell rückläufig, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag.

Dennoch weist der Innerschweizer Konzern für die ersten neun Monate verbesserte Zahlen aus. Der Auftragseingang nahm um 4,3% auf 7,68 Mrd CHF und der Umsatz um 3,7% auf 7,05 Mrd CHF zu. In Lokalwährungen betrug das Wachstum 3,9% bzw. 3,6%. Der Auftragsbestand stieg in der Folge knapp über die 10-Mrd-CHF-Marke und erreichte mit 10,12 Mrd CHF einen Höchststand.

AMERIKA UND EUROPA LEGEN ZU

Beim Auftragseingang habe die Region Amerika trotz der Rezession in Brasilien die grösste Zunahme verzeichnet, heisst es weiter. Vor allem in den USA sei die Marktverfassung gut gewesen. In Europa habe sich das Wachstum im Norden fortgesetzt, und im Süden sei im Neuanlagengeschäft eine weitere Erholung feststellbar gewesen. In Asien hätten die "übrigen Länder" ausser China "erfreuliche Zunahmen" im Neuanlagengeschäft rapportiert, betont das Unternehmen zudem.

Beim Umsatz habe Europa den grössten Wachstumsbeitrag erzielt, gefolgt von Amerika und Asien-Pazifik, so Schindler weiter.

AUFWERTUNGSGEWINN VON 26 MIO CHF

Noch etwas ausgeprägter als bei den Bestellungen und beim Umsatz sind die Fortschritte bei den Gewinnzahlen. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT kam bei 781 Mio CHF zu liegen und damit 7,7% über dem Wert des Vorjahreszeitraums. In Lokalwährungen hätte das Plus 8,1% betragen. Die entsprechende Marge verbesserte sich auf 11,1% von 10,7%. Schindler verweist dabei auf Effizienz- und Kostenoptimierungen. Die Restrukturierungskosten für die ersten neun Monate werden auf 18 Mio CHF beziffert.

Der Konzerngewinn stieg um 6,0% auf 586 Mio. Darin enthalten ist allerdings ein Aufwertungsgewinn von 26 Mio CHF im Zusammenhang mit der Beteiligung an der Also Holding. Weil der Anteil am IT-Distributor unter die 10%-Marke gefallen sei, werde die Beteiligung nun als "zur Veräusserung verfügbare" Finanzanlage geführt und zum Marktwert bewertet, heisst es dazu. Schindler will die Beteiligung bekanntlich vollumfänglich loswerden.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Schindler die Erwartungen der Analysten beim Auftragseingang und Gewinn übertroffen und bei den anderen Kennzahlen in etwa erfüllt. Die Experten hatten gemessen am AWP-Konsens mit einem Auftragseingang von 7,55 Mrd, einem Umsatz von 7,07 Mrd, einem EBIT von 774 Mio und einem Reingewinn von 573 Mio CHF gerechnet.

Die für das dritte Quartal separat ausgewiesenen Zahlen zeigen bei allen wichtigen Kennzahlen Verbesserungen, die über jenen für den gesamten Neunmonats-Zeitraum liegen. So erhöhte sich der Auftragseingang um 8,7%, der Umsatz um 4,3%, der EBIT um 11% und der Gewinn um 9,7%.

HÖHERES GEWINNZIEL

Im Gesamtjahr 2016 peilt das Management unverändert ein Umsatzplus in Lokalwährungen von 3% bis 5% an. Der Konzerngewinn soll neu bei 780 bis 830 Mio CHF zu liegen kommen (bisher: 750-800 Mio). Begründet wird diese Anpassung mit der Aufwertung der Beteiligung am IT-Distributor Also sowie dem im Oktober vollzogenen Verkauf des Japangeschäfts.

Abgesehen davon geht das Management nach wie vor davon aus, dass der globale Aufzugs- und Fahrtreppenmarkt im laufenden Jahr leicht rückläufig sein wird. Dies sei vor allem auf die sich abschwächenden Märkte in China und Lateinamerika zurückzuführen.

rw/cp

(AWP)