Schlatter schafft 2016 knapp den Sprung in die schwarzen Zahlen

(Ausführliche Fassung; ergänzt vor allem um Angaben zu den Bereichen) - Der Anlagenbauer Schlatter hat im Geschäftsjahr 2016 wieder den Sprung in die Gewinnzone geschafft, wenn auch knapp. Der Umsatz legte im hohen einstelligen Prozentbereich zu, während sich der Auftragseingang von tiefem Niveau ausgehend beinahe verdoppelte. Eine Dividende gibt es für die Aktionäre wie in den vergangenen Jahr üblich nicht.
21.03.2017 10:20

Der Umsatz legte um 8,8% auf 90,5 Mio CHF zu und der Auftragseingang von tiefem Niveau aus um 48% auf 107,7 Mio. Der Auftragsbestand per Ende 2016 lag bei 49,0 Mio CHF, dies nach 57,6 Mio zum Halbjahr 2016 und 31,9 Mio per Ende des Vorjahres. Die Entwicklungsanstrengungen der vergangenen Jahre in allen Produktbereichen hätten sich positiv auf den Markterfolg ausgewirkt und es seien Marktanteile gewonnen worden, teilt Schlatter am Dienstag mit.

Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT verbesserte sich auf +1,1 Mio, nach einem Verlust von 5,9 Mio im Vorjahr. Der EBIT des Vorjahres war noch mit einmaligen Verlusten und Sonderkosten aufgrund der Währungsverwerfungen, des Aktienprogramms für Mitarbeiter sowie der Restrukturierungsrückstellungen für das Werk Deutschland in Höhe von insgesamt 3,2 Mio CHF belastet.

DIVIDENDE BLEIBT AUSSER REICHWEITE

Auf Stufe Reinergebnis ergab sich ein positiver Wert von 0,5 Mio CHF, dies nach einem Verlust von zuvor 6,9 Mio. Die im Vorjahr umgesetzten Massnahmen zur Abfederung des starken Schweizer Frankens gegenüber dem Euro und weiteren Währungen hätten im Geschäftsjahr 2016 die erwartete Wirkung gezeigt, schreibt Schlatter zum Ergebnis. Auf eine Dividendenausschüttung soll dennoch wie in den Jahren davor verzichtet werden.

Im grösseren Segment Schweissen zog der Umsatz um 4,6% auf 69,8 Mio CHF an und der Bestellungseingang gar um über 48% auf 86,7 Mio. Der hohe Bestellungseingang beinhaltet laut Schlatter zwei Grossaufträge.

Trotz der leichten Entspannung bei den Stahlpreisen im vergangenen Jahr werde der Anlagenbereich für die Armierungsgitterherstellung nach wie vor mit Überkapazitäten und hohem Preisdruck zu kämpfen haben, so die Einschätzung von Schlatter. In den Zielmarkt für Industriegitter wurden hohe Mittel gesteckt. Im laufenden Jahr dürfte es deshalb aus den bearbeiteten Regionen erste Umsätze geben. Der Submarkt Schienenschweissen ist laut Schlatter profitabel, dürfte aber kaum wachsen.

Im Segment Weben kletterte der Umsatz um gut 25% auf 20,7 Mio CHF und der Bestellungseingang um knapp 45% auf 21,0 Mio, dies vor allem dank der Maschinen zur Herstellung von Papiermaschinen-Bespannungen. Das Volumen im Drahtweb-Maschinenbereich lag lediglich noch bei 15%.

HÖHERER GEWINN ANGESTREBT

Für 2017 werde keine grundlegende Veränderung des Marktumfelds erwartet, und die Marktpositionierung sowie die Lancierung neuer Produkte stimmten zuversichtlich, heisst es zum Ausblick. Der markant gestiegene Bestellungseingang sichere die Auslastung an beiden Standorten Schlieren und Münster über die Jahresmitte hinaus. Nach dem starken Bestellungseingang im Jahr 2016 dürfte sich dieser 2017 aber wieder "normalisieren". Mit Blick auf den Gewinn strebt das Unternehmen einen Wert über dem Vorjahr an.

Die Vertriebsoffensive mit dem Aufbau zusätzlicher Verkaufsressourcen in den Emerging Markets oder die Etablierung des Verkaufs- und Servicestützpunkts in China sollen plangemäss weitergeführt werden. Ebenso befindet sich das Massnahmenpaket zur Steigerung des Servicegeschäfts in Umsetzung. Weitere Schwerpunkte bilden 2017 Projekte zur Steigerung der Effizienz.

An der Börse sind die Aktien noch ungehandelt, wie sie auch überhaupt nur wenig gehandelt werden. Seit Jahresbeginn resultierte immerhin ein Plus von gut 5% und im vergangenen Jahr gar ein solches von knapp 30%.

cf/rw

(AWP)