Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub bekommt starken Euro zu spüren

(Ausführliche Fassung) - Beim Schmierstoff-Hersteller Fuchs Petrolub hat der starke Euro seine Spuren in der Bilanz hinterlassen. "Operativ sind wir gut in das Jahr 2018 gestartet", sagte Unternehmenschef Stefan Fuchs bei Vorlage der Zahlen für das erste Quartal am Freitag in Mannheim. Das Unternehmen habe deutliche Absatz- und Umsatzsteigerungen erzielt und bereinigt um Währungseffekte das operative Vorjahresergebnis übertroffen.
27.04.2018 09:46

Allerdings habe sich die Wechselkursentwicklung im ersten Quartal erheblich negativ auf Konzernumsatz und Konzernergebnis ausgewirkt. Dieser Effekt werde sich aber voraussichtlich im Jahresverlauf reduzieren, fügte Fuchs hinzu. Die Ziele für das Gesamtjahr bestätigte das im MDax notierte Unternehmen. Die Aktie legte im frühen Handel leicht zu.

Im ersten Quartal kletterte der Umsatz im Jahresvergleich um vier Prozent auf 643 Millionen Euro. Bereinigt um Währungseffekte sind die Erlöse um 10 Prozent gewachsen. Dabei bekam Fuchs Petrolub vor allem den zum Euro schwächelnden US-Dollar zu spüren. Die negativen Währungseffekte zehrten in Nord- und Südamerika die Zuwächse aus dem Tagesgeschäft komplett auf und sorgten sogar für einen deutlichen Umsatzrückgang.

In der Region Asien-Pazifik kostete der teurere Euro fast die Hälfte des annähernd 20-prozentigen Zuwachses, der vor allem aus gut laufenden Geschäften in China stammte. In Europa, dem grössten Markt für Fuchs Petrolub, sorgte vor allem eine gute Geschäftsentwicklung in Deutschland für einen Umsatzschub.

Der operative Gewinn (Ebit) ging im ersten Quartal im Jahresvergleich um mehr als 2 Prozent auf 92 Millionen Euro zurück. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 67 Millionen Euro, fast zwei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Hier profitierte Fuchs Petrolub vor allem von geringeren Steuerzahlungen in den USA.

Während der Schmierstoffhersteller bei den Ergebnissen die Erwartungen des Marktes verfehlte, schnitt das Unternehmen beim Umsatz besser ab.

Für das Gesamtjahr 2018 peilt das Unternehmen beim Umsatz weiterhin ein Plus von 3 bis 6 Prozent an. Mögliche Übernahmen sind dabei noch nicht eingerechnet. Beim operativen Ergebnis (Ebit) rechnen die Mannheimer mit einer Steigerung zwischen 2 und 4 Prozent. Investitionen in neue und bestehende Werke, neue Mitarbeiter und verstärkte Ausgaben für Forschung und Entwicklung führen früheren Angaben zufolge zu einer steigenden Kostenbasis. So will Fuchs Petrolub 140 Millionen Euro investieren, unter anderem an seinen chinesischen Standorten.

Für das Unternehmen, das gut 5200 Mitarbeiter beschäftigt, ist vor allem die Autoindustrie ein interessanter Absatzmarkt; mit ihr erzielt Fuchs Petrolub rund 30 Prozent des Konzernumsatzes. Alleine in einem Auto befinden sich laut Unternehmenschef Fuchs 30 verschiedene Fette, etwa für die Sitzeinstellung, das elektrische Schiebedach sowie für Bremsen und Airbags. Und auch für den momentanen Umbruch in der Autoindustrie vom Verbrennungsmotor hin zum Elektromotor sieht sich das Unternehmen gut gerüstet./mne/das/fba

(AWP)

 

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