Schmolz+Bickenbach dämmt Verlust im dritten Quartal ein - Weniger Umsatz

Emmenbrücke/Düsseldorf (awp) - Der Stahlhersteller Schmolz+Bickenbach hat trotz rückläufiger Umsatz- und Absatzzahlen im dritten Quartal 2016 seine Profitabilität verbessert, schreibt aber unter dem Strich nach wie vor rote Zahlen. Angesichts eines eher impulsarm erwarteten Schlussquartals hat der Konzern seine EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr leicht nach unten angepasst.
15.11.2016 08:08

Den Umsatz für das dritte Quartal beziffert der Stahlhersteller auf 534,1 Mio EUR, ein Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 13,8% - und das trotz höherer Verkaufspreise. Der Absatz nahm um 4,6% auf 391 Kilotonnen ab, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Insgesamt habe sich am wirtschaftlichen Umfeld gegenüber dem Vorquartal wenig verändert.

LÄNGERE STILLSTANDZEITEN TRAGEN ZU UMSATZRÜCKGANG BEI

Zu der Umsatz- und Absatz-Entwicklung im dritten Quartal hätten auch länger als geplant ausgefallene Stillstandzeiten beigetragen. Ausserdem sei es zu Verzögerungen beim Hochfahren der neu gebauten Hakenbahn bei der Business Unit Swiss Steel gekommen, und ein Brandfall bei den Deutschen Edelstahlwerken habe zu einem Produktionsausfall geführt. Beides zusammen habe rund 25 Kilotonnen Produktion gekostet.

Auf die einzelnen Regionen herunter gebrochen waren die Umsatzerlöse in allen Regionen rückläufig. Dabei hielt sich die Region Afrika/Asien/Australien noch vergleichsweise gut mit einem Rückgang um 9,4%. In den beiden Wachstumsmärkten China und Indien konnte der Umsatz im zweistelligen Prozentbereich gesteigert werden.

Dagegen verzeichnete die Region Übriges Europa (ohne CH, D E, FR, IT ) Einbussen beim Umsatz in Höhe von 12,5%, und in den USA stand gar ein Rückgang um 20% zu Buche. Das Geschäft in der Region litt unverändert unter der schwachen Nachfrage aus der Öl - und Gasindustrie.

KOSTENDISZIPLIN TRÄGT ZUR GEWINNENTWICKLUNG BEI

Auf Gewinnseite hat Schmolz+Bickenbach den bereinigten EBITDA im dritten Quartal auf 31,8 Mio EUR vervielfacht - im Vorjahr standen hier 11,5 Mio EUR zu Buche. Der Konzern erklärt diese Entwicklung mit einem höheren Bruttogewinn und einer strikten Kostendisziplin. Die EBITDA-Marge kletterte auf 6,0% nach 1,9% im dritten Quartal 2015.

Der Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte auf 4,4 nach 19,6 Mio eingedämmt werden. Unter dem Strich verbleibt ein Verlust von 13,9 Mio, nachdem im Vorjahr ein Fehlbetrag von 32,4 Mio EUR ausgewiesen worden war.

Mit den Zahlen hat der Stahlkonzern die durchschnittlichen Erwartungen der von AWP befragten Analysten beim Umsatz leicht übertroffen, beim EBITDA knapp und beim Konzernergebnis deutlicher verfehlt. Die Experten hatten einen Umsatz von knapp 530 Mio vorhergesagt. Beim EBITDA und Konzernergebnis waren sie von 32,1 bzw. einem Verlust von 10,1 Mio ausgegangen.

Mit Blick auf die Nettoverschuldung kann Schmolz+Bickenbach einen Abbau auf 421 Mio EUR nach 471 Mio Ende 2015 vorweisen.

AUSBLICK ANGEPASST

Beim Blick nach vorne passt der Konzern seine bisherige Prognose leicht an. Der Stahlhersteller rechnet nun damit, beim bereinigten EBITDA im Gesamtjahr einen Wert am unteren Rand der bislang in Aussicht gestellten Spanne von 150 bis 190 Mio EUR zu erzielen. Bei den Absatzmengen rechnet die Gesellschaft mit einer im Vergleich zu 2015 unveränderten Menge.

hr/rw

(AWP)