Schmolz+Bickenbach findet im Q1 zurück zu Wachstum und schreibt schwarze Zahlen

(Ergänzt um weitere Details) - Der Stahlhersteller Schmolz+Bickenbach (S+B) hat im ersten Quartal 2017 deutlich mehr umgesetzt als im entsprechenden Vorjahreszeitraum und damit nach längerer Zeit auf den Wachstumspfad zurückgefunden. Sowohl die abgesetzte Menge an Stahl als auch die Verkaufspreise haben dabei zugenommen. Das Unternehmen stellt einen Aufschwung in den Märkten auf breiter Front fest und macht auch mit den Bemühungen um eine Verbesserung der Kostenstruktur Fortschritte. Entsprechend resultierte auch unter dem Strich wieder ein positives Ergebnis.
03.05.2017 08:23

Der Umsatz zog gegenüber dem Vorjahr um gut 17% auf 707,6 Mio EUR klar an, während sich die Absatzmenge dabei um 6,1% auf 489 Kilotonnen erhöhte, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilt. Der durchschnittliche Verkaufspreis je Tonne Stahl erholte sich gleichzeitig um gut 10% auf 1'447 EUR. Im Vergleich zum Schlussquartal 2016 haben sich die Preise damit immer noch um 4% erhöht.

Der Nachfrageanstieg sei breit abgestützt und habe zahlreiche Produktegruppen, Endmärkte und Regionen umfasst. So erreichten alle drei Hauptregionen zweistellige Wachstumsraten. In der Region Afrika/Asien/Australien kletterten die Verkäufe in China gar um rund 60% und in Indien um rund 37%. Diese Wachstumsraten basierten zwar auf einer niedrigen Basis, bestätigten aber die Richtigkeit der Bemühungen, die Präsenz in der Region zu verstärken. S+B gründete erst 2016 in China ein Gemeinschaftsunternehmen.

"NORMALISIERTES NACHFRAGENIVEAU"

Von den drei Produktegruppen wuchs der Bereich rost-, säure- und hitzebeständiger Stahl (RSH-Stahl) mit einem Plus von gut 23% am stärksten, während die Kategorie Qualitäts- und Edelbaustahl um knapp 19% anzog. Einzig der Bereich Werkzeugstahl stagnierte mit einem Plus von 0,6% praktisch.

Die besseren Marktbedingungen seien am treffendsten mit der "Rückkehr zu einem normalen Nachfrageniveau" zu beschreiben, heisst es weiter. Insbesondere die Nachfrage aus der Automobilindustrie sei anhaltend gut. Die Öl- und Gasindustrie dagegen verzeichne zwar einen leichten Aufwärtstrend, es sei aber zu früh, um von einer nachhaltigen Erholung zu sprechen, da die Ölpreise weiterhin volatil seien und die Kunden nur zögerlich bestellten. Insgesamt bezeichnet S+B aber den Start ins Geschäftsjahr als gelungen.

Treiber für die stärkere finanzielle Performance sei auch die erfolgreichen Umsetzung der Massnahmen zur internen Optimierung während der letzten zwei Jahre. So verdreifachte sich der EBITDA auf 66,3 Mio EUR und die entsprechende Marge kletterte um 580 Basispunkte auf 9,4%. Bereinigt um Sondereffekte für das laufende Kosteneffizienzprogramm ergab sich ein Plus beim adjustierten EBITDA von über 166% auf 66,6 Mio EUR, bei einer um 530 Basispunkte verbesserten Marge von ebenfalls 9,4%.

POSITIVES REINERGEBNIS

Die einmaligen Aufwendungen für die Massnahmen zur Leistungsverbesserung seien deutlich geringer ausfielen als im Vorjahr, heisst es dazu. Von den für 2017 angepeilten dauerhaften Kosteneinsparungen aus dem Performance Improvement Programm von 28 Mio EUR seien aber im ersten Quartal bereits 10,6 Mio EUR realisiert worden.

Unter anderem auch dank einem weniger stark negativen Finanzergebnis ergab sich auf Stufe Reinergebnis mit 16,5 Mio EUR wieder ein positiver Wert, nachdem im Gesamtjahr 2016 noch ein Verlust von 80 Mio und im vierten Quartal allein ein Fehlbetrag von über 30 Mio EUR resultiert hatte. Im ersten Quartal 2016 lag der Verlust bei 24,4 Mio EUR.

Wegen der höheren Absatzmengen und der damit gestiegenen Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und auch aus saisonalen Gründen erhöhte sich das Umlaufvermögen, was wiederum zu einem negativen Free Cashflow von 31,4 Mio EUR führte, deutlich mehr als im Vorjahr mit -13,3 Mio. Im Vergleich zu Ende 2016 stieg damit die Verschuldung auf knapp 470 Mio EUR wieder an, im Vergleich zum Stand vor einem Jahr ergab sich jedoch eine Reduktion um rund 20 Mio.

Zum Ausblick heisst es, dass der robuste Auftragsbestand erwarten lasse, dass sich der "erfreuliche Trend" des ersten Quartals mit einer Normalisierung der Nachfrage bis Mitte des Jahres fortsetzen dürfte. Im Gegensatz dazu blieben die Aussichten für das zweite Semester aufgrund politischer und makroökonomischer Risiken weitgehend unsicher.

cf/cp

(AWP)